Tequila hat geschrieben:Was mir bei LaTeX als erstes aufgefallen ist, ist der immense Schreibbedarf. Für den Preis, dass alles aussieht wie professionell gesetzt und alles schön getrennt wird, muss ich massig Befehle tippen.
Der Schreibbedarf an Befehlen ist bei einer Hausarbeit nicht groß. Das Gerüst des Dokuments übernehme ich ohnehin immer von einer älteren Arbeit, lösche den Text und kann loslegen. Im Text sind es im Grunde ja nur noch die Überschriftbefehle und der \footnote-Befehl.
Tequila hat geschrieben:Ein Deckblatt zu machen ist anscheinend ganz einfach, aber wenn ich das Layout irgendwie ändern will, weiß ich schon nicht mehr weiter. Geht das überhaupt?
Ich benutze nicht den \maketitel Befehl für die Titelseite. Die Formatierung möchte ich dort auch mehr beeinflussen können. Zum Beispiel möchte ich bei zweizeiligen Titeln den Zeilenumbruch selbst bestimmen können, damit es gut aussieht. Bei mir sieht das immer irgendwie so aus:
- Code: Alles auswählen
\begin{document}
\begin{titlepage}
\begin{center}
~\\[20mm]
{\large Magisterarbeit}\\[6mm]
{\Huge Rationalität und Moral}\\[6mm]
{\large von frechBengel} \\[2mm]
\end{center}
\vfill
\begin{flushright}
\LaTeX
\end{flushright}
\end{titlepage}
\setcounter{page}{1} \pagenumbering{roman}
Nach der Titelseite wird die Seitenzahl auf 1 gesetzt und die Seiten fürs Inhaltsverzeichnis werden mit römischen Zahlen nummeriert. Vor dem Begin des eigentliches Textes steht dann wieder:
- Code: Alles auswählen
\setcounter{page}{1} \pagenumbering{roman}
Man braucht sich nicht gleich ein sty-file zu basteln, um die Titelseite anders zu gestalten. Das könnte ich auch nicht, aber obige Lösung funktioniert bei mir seit Jahren einwandfrei. - Um an den Formatierungen des Textes etwas zu ändern, sollte man sich schon etwas auskennen. Meiner Erfahrung macht man sich da nur Probleme, wenn man nicht genau weiß, was man tut. Für mich bestand daran nie ein Bedarf, weil LaTeX es von Haus aus alles gut macht.
Tequila hat geschrieben:Ist das bei euch vorgeschrieben? Ich stelle mir gerade das Gesicht einer Studentin vor, die evtl. nicht mal mit Word richtig klar kommt und dann LaTeX lernen muss...
Wer bei Word schon an seine intellektuellen Grenzen stößt, sollte von LaTeX die Finger lassen. Man muß ein gesundes Maß an Interesse für die Funktionsweise des Computers und des Satzsystems mitbringen, um mit selbigem arbeiten und die Vorteile genießen zu können. - Man muß ja auch nicht alles auf einmal lernen. Ich habe auch mit einem recht simplen LaTeX angefangen und dann immer mal wieder etwas dazu gelernt.
Es gibt allgemein eine gewisse Aversion gegenüber diesem technischen Know-How. Ich habe da manchmal den Eindruck, man sei sich zu fein für sowas und es gäbe so eine diffuse Einstellung, daß kluge Menschen sich mit ihrem Computer nicht auskennen dürfen bzw. wer sich mit seinem Computer auskennt, der weiß sonst nichts. Dieses dezente "Freak"-Image ist jedoch nach meinem Empfinden auf dem Rückzug. - Auch das von weiblicher Seite oft geäußerte Argument "Ich kenne mich doch nicht mit Computer aus. Ich bin doch ein Mädchen, aber mein Mitbewohner ..." habe ich schon länger nicht mehr gehört.
Lieben Gruß
frechBengel