Hilfe in schwierigen Lebenslagen.

Moderator: Tequila

Beitrag28.01.2010, 18:22 - #1 Und wie wird die Zukunft....?

Tag zusammen.
Vielleicht ist es garnicht so verkehrt, mal mit Aussenstehenden darüber zu diskutieren.

Es geht um folgendes: Mein Zivi-Dasein ist in 2 Monaten beendet, langsam sollte ich mich bewerben.
Die Frage ist was. Nicht welchen Beruf ich ergreifen will, sonder ob dies ein "studierter" oder "gelerneter" Beruf sein soll.
Meine Berufswahl wird in der Elektrotechnik liegen.
Ich hab Abi gemacht, an einem beruflichen Gymnasium für Elektrotechnik. Mein Interesse liegt nunmal dort, neben physikalischen Vorgängen. Das Abi hab ich mit ner 2,7 abgeschlossen, einerseits durch Faulheit in 12/1, anderseits wegen meiner 2 verunglückten Prüfungen. Mathe und Elektrotechnik. -.-
Von den Noten her in den einzelnen Kursen tendierte ich immer zwischen 2 und 3. Meine Ansicht zu den Noten ist, das diese eigentlich ziemlich schlecht sind.
Ich bin nun am grübeln, ob ein "Durchschnittsschüler" solch ein Studium besteht, gut besteht. Das kann ich überhauptnicht einschätzen. Grade wegen diesen umgekrempelten System. Ich kenne zwar auch Studenten, die sagen entweder "total pillepalle" oder ich seh sie nur am Arbeiten.
Mit Mathe, was ja hauptsächlich gefordert wird in solch einem Studium, hab ich mich ein bischen gezankt. Ich komm zwar zurecht, aber Kopfrechen, Bruchrechnung und solche, eigentlich einfachen Geschichten, daran könnte ich manchmal verzweilfeln.
Nächstes Problem ist, das ich ein ziemlich fauler Sack bin und ich solange ein Motivationsproblem habe, bis ich ein Zeitproblem habe. Das geht dann meist nicht wirklich gut. Beim Abi zumindest, auf der Regelschule stellte das nie ein Problem dar.

Bei einer Ausbildung, bspw als Mechatroniker, würde ich denke ich besser abschneiden. Ich hab mich mal mit jemanden darüber unterhalten, der das lernt.
Aber wenn ich eine Ausbildung anfange, kann man sich doch fragen, wozu ich Abitur gemacht habe?
Wäre ein Bachelor-Abschluss nicht besser als eine Berufsausbildung? Wie sind da die Aussichten, eine Arbeiststelle zu bekommen, in beiden Feldern.

Und dann gibts ja noch das BA-Studium, welches beides verbindet. Was laut Aussagen richtig hart sein soll.
Frag ich nen Kumpel von mir, der ein solches Studium zum Elektro-Ingenieur macht, sagt der, dass das alles einfacher ist, als erzählt wird. Gut, der hat erst angefangen, der hat aber auch bessere Noten als ich im Abi gehabt, deswegen schlechter Vergleichswert.

Für was würdet ihr euch entscheiden, Ausbildung, Studium oder BA? Aus meiner Sicht....
Der Zaubertrank aus Asterix: Wasser, Zucker, Kohlensäure, Karamellzuckersirup, natürliche Aromen aus Pflanzenextrakten: Galgant, Vanilleschoten, Senfsamen, Koffein aus Kaffeebohnen, Limette, Kolanuss, Kakao, Süßholz, Zimt, Zitrone, Ingwer, Cocablatt, Orange, Ackerminze, Pinie, Kardamon, Muskatblüte, Nelke, Zitronensaftkonzentrat... = RedBull Cola
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Beitrag28.01.2010, 19:13 - #2 Re: Und wie wird die Zukunft....?

Herzlich Willkommen im Club :T

In deiner Situation war ich vor ungefähr einem Jahr auch und entschied mich ein zweites Studium anzufangen - das war leider die falsche Entscheidung. Allerdings muss man deine Begabungen und Neigungen individuell betrachten. Ich persönlich konnte nichts mit den trockenen und erdrückende Theorievorlesungen (ca. 85%) in der Universität und Fachhochschule anfangen. Ich habe mich angestrengt zuzuhören, aber an mir prallte einfach alles ab. Mein Abitur habe ich mit 2,2 bestanden und war dort eigentlich in allen Fächern im oberen Durchschnitt positioniert, in der Universität kam dann allerdings die Ernüchterung.

Du selbst sagst auch, dass du ein Motivationsproblem hast. Das haben m.E. viele Menschen - mir eingeschlossen. Als Student genießt du unendlich viele Freiheiten und das ist der Trugschluss. Du musst dich so gesehen jeden Tag aufs Neue motivieren, um nicht vom Kurs abzukommen. Für mich war die Umstellung von Schule auf Studium abrupt und qualvoll :D Darüber hinaus bin ich noch ein sehr freiheitsliebender Mensch, der gerne und ausgiebig das Leben genießt und das mit einem sehr theorielastigen Studium in Einklang zu bringen, ist mir irgendwie nicht gelungen. :o

Ich werde jetzt eine Ausbildung anfangen, wo genügend sinnvoller Druck vom Arbeitgeber und von der Schule ausgeht (zwecks Motivation) - im Studium fiel mir das Aufstehen am schwersten. Ein Studium möchte ich dann erst nach einer Berufsausbildung beginnen und dann parallel zur Arbeit (wenn ich übernommen werde) studieren. Dann bin ich noch reifer, habe ich dann größtenteils ausgetobt und kann das Theoretische schnell und unkompliziert auf der Arbeit anwenden. Wie das mit einem Dualen Studium aussieht, das weiß ich leider nicht, aber ich stelle es mir persönlich nicht besonders leicht vor. Du hast dann zwar den nötigen Druck (zwecks Motivation), aber ich denke auch eine riesig große Last zu tragen und ob das in jungen Jahren gut ist? Das musst du auch selbst für dich entscheiden - Leben oder Lernen? :p

Ich hoffe, dass ich dir ein wenig weiterhelfen konnte. Viel Erfolg bei deiner Entscheidung :T
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Beitrag28.01.2010, 19:41 - #3 Re: Und wie wird die Zukunft....?

Schwere Frage. Besonders hinsichtlich der Ausbildung kann ich deine Gedanken völlig nachvollziehen. Meiner Ansicht nach wäre es das Beste, zu studieren. Studium und Ausbildung unterscheiden sich deutlich vom Niveau her. Bei der Ausbildung könntest du unterfordert sein. Und wenn du mal eine Ausbildung gemacht hast, wirst du vermutlich nicht mehr studieren wollen. Vermutlich wird auch dein Berufsleben, wenn du nicht irgendwie groß aufsteigst (was kann man überhaupt werden mit Elektrotechnik?) etwas eintöniger und die Bezahlung wird schlechter sein als beim Studium. Das lässt sich aber natürlich alles nicht verallgemeinern.

Das Studium könnte dich wiederum überfordern. Dein Vorteil ist, dass du dich voll auf dein Studienfach konzentrieren kannst, ohne solche dummen Nebenfächer wie Religion oder Erdkunde lernen zu müssen. Dafür ist das Niveau höher als auf der Schule. Dass du dich nicht motivieren kannst, ist problematisch. Viele Studenten leiden nämlich an Aufschieberitis (Prokrastination) - wie du. Und gerade an der Uni, wo es auf eigenverantwortliches Lernen ankommt, ist das Gift. Und auf eine Uni-Klausur kannst du nicht zwei Tage zuvor anfangen zu lernen. Ich würde vorschlagen, es einfach mal ein-zwei Semester lang auszuprobieren. Es gibt keine verlorene Zeit, sondern sie ist dir auf jeden Fall ein Gewinn. Die dort erworbenen Vorkenntnisse werden dir auch bei der Ausbildung von Nutzen sein. Außerdem hast du natürlich ein schönes Studentenleben. Wenn du das Studium durchziehst, empfehle ich, nach Möglichkeit noch den Master zu machen, weil der Bachelor in der Arbeitswelt nur schlecht anerkannt ist.

Die Schwierigkeit des BA-Studiums besteht vor allem in der Zeitnot. Du arbeitest nebenher, machst eine praktische Ausbildung. Dann kommt wieder ein Zeitabschnitt, wo du an der BA bist und dir theoretische Kenntnisse aneignen musst. Das Niveau ist nicht höher als an der Uni, aber die Zeit ist knapp. Das ist so gewollt, denn schließlich wirst du ja nicht zum Bummeln bezahlt. In der Arbeitswelt sind BA-Abschlüsse tendenziell weniger angesehen als Uni-Abschlüsse. Der Vorteil beruht daher hauptsächlich auf der wirtschaftlichen Sicherheit (Geld) und den guten Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens. Wenn du erst einmal im Unternehmen Karriere machst und ein super Arbeitszeugnis bekommst und viel Berufserfahrung mitbringst, wird dir der BA-Abschluss auch bei Bewerbungen bei anderen Unternehmen kein Nachteil sein.

Mein Rat: Fang erst einmal das Studium an. Und wenn das nicht klappt, kannst du ja immer noch BA oder Ausbildung probieren.
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Tequila
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