Sachliche Diskussionen zu Politik, Gesellschaft, Wirtschaft & Ethik.

Moderator: Tequila

Beitrag22.07.2009, 13:50 - #1 Soziale Probleme der Zukunft

Hallo Leute,
neulich ist mir ein Gedanke gekommen, bei dem ich denke, dass er für eine Diskussion geeignet wäre und weil ich das schonim gb gepostet habe, dachte ich mir, dass ich das auch unbedingt hier posten muss und hoffe, dass es ok für euch ist :T

Es geht mir um soziale Probleme und zwar nicht die, die es unbedingt momentan gibt, sondern die, die es in Zukunft geben könnte.
Dieses Feld ist ja ziemlich breit und gerade deswegen finde ich das so interessant.
Welche Probleme könnten in der Zukunft das Zusammenleben erschweren?

Als aktuelles soziales Problem sehe ich den Alkoholkonsum bei Jugendlichen, der sich in letzter Zeit drastisch erhöht hat, aber ich denke dies ist in der Zukunft unbedeutend, weil sich das von selber regeln wird und es meistens dafür Gründe gibt, die erkannt werden müssen und dann ist das in Ordnung.

Meiner Ansicht nach könnte vllt das Thema Umwelt zu immer größeren Problemen führen, wenn man einigen Wissenschaftlern glauben mag. In dem Zusammenhang ist vllt auch die Wasserknappheit zu nennen, die zu Kriegen führen könnte, schließlich ist H2O der Stoff auf dem Planeten, der erst das Leben ermöglicht.
Das ist jetzt eher ein globales soziales Problem.

Für Deutschland sehe ich als nationales soziales Problem vllt die Vereinsamung der Menschen. Es fällt den Menschen hier immer schwieriger soziale Kontakte zu knüpfen, insbesondere für Randgruppen, wie zb geistlich Behinderte.
Ich könnte mir vorstellen, dass es in Deutschland in Zukunft größere Probleme geben könnte, aber momentan fällt mir nichts ein.

Wie seht ihr das alles denn?
Mexx
 
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Beitrag22.07.2009, 14:30 - #2 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Hey, Mexx!

Mir persönlich führst du deine Gedanken viel zu kurz aus und ich bin mir nicht sicher, wie dein Standpunkt eigentlich aussieht?! Der übermäßige Alkoholkonsum bei Jugendlichen ist derzeit in Mode, allerdings wird er sich wohl kaum von selbst regeln. Wer häufig zur Flasche greift hat tiefsitzende soziale und/oder psychische Probleme, die sich nur durch Mithilfe von Freunden, Experten oder Verwandten bewältigen lassen. Das Ganze hat auch mit der Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher zu tun, die durch den Alkohol dem Alltag entfliehen oder zu neuen Selbstbewusstseinsebenen aufsteigen.

Das Thema Umwelt nervt mich langsam einfach nur noch, da es fast ausschließlich zweckentfremdet wird. Egal wo man sich umdreht, liest man "Go Green" oder wie in meiner Stadt auf den öffentlichen Verkehrsmitteln: "Klimahelden". Der totale Schwachsinn und die reinste PR-Maschinerie.
Laut WWF wird sich die Erde, falls gegen die derzeitigen Trends nicht ernsthaftes unternommen wird, bis 2100 um 3 bis 6,7 Grad Celsius erwärmen. Und selbstverständlich wird das Wasser in der Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen, denn laut WWF wird es sich folgendermaßen entwickeln:

Im Jahr 2005 lebten weltweit etwa 745 Millionen Menschen in Ländern, in denen Wassermangel oder Wasserknappheit herrscht. Bis zum Jahr 2025 wird sich ihre Zahl voraussichtlich vervierfachen. Dann werden nach heutigen Schätzungen bereits 2,8 bis 3,3 Milliarden Menschen unter chronischem oder immer wiederkehrendem Süßwassermangel leiden - die meisten von ihnen in Afrika und Asien.


Die Menschen kämpfen schon seit Anbeginn der Zeit um Rohstoffe und beim Wasser wird es leider nicht anders aussehen. Die Amerikaner übernehmen 100% die Vorreiterrolle bei dem Kampf gegen die Wasserterroristen!

Zu Deutschland muss ich dir Recht geben, viele Leute sind einfach nur mies gelaunt ohne wirklich nennenswerte Gründe. Hier sieht man die ganzen Dinge einfach extrem negativ, das ist eine Mentalität! "Oh die Steuern" - "Mir geht es so schlecht!" Doch was ist mit den Ländern, in denen die Wirklichkeit hundert Mal schlimmer aussieht, als bei uns im Paradies? Nehmen wir Kuba oder Vanuatu als Beispiel. Die Menschen leben unter der Armutsgrenze und doch sind die glücklicher als die Deutschen! Abends feiern und singen sie und sind trotz verheerender Lebensumstände voller Hoffnung und warum? Sind nutzen den Tag, sie machen das beste aus jedem einzelnen Tag, anstatt sich selbst dauernd zu bemitleiden! Das ist traurig, dass sich in Deutschland eine solche Mentalität eingeschleicht hat und es ist klar, dass sich die Leute hier immer mehr von einander isolieren. Wer möchte schon Kontakte zu Menschen knüpfen, die rumlaufen, als ob sie alles im Leben verloren hätten und das Leben eine einzige Qual wäre? Link: http://www.wohlstandsbilanz-deutschland ... index.html

Allerdings ist dein Beispiel mit den geistig Behinderten ein wenig daneben gegriffen. Verwende außerdem lieber nicht "geistlich behindert", das könnten einige falsch verstehen. ;) Die Frage ist doch, wie geistig behinderte Menschen den Kontakt zu anderen Gruppen aufbauen sollen? Ihnen fehlt schlicht und ergreifend die Möglichkeit hierzu. Deswegen sollten das normalerweise die gesunden Menschen übernehmen, aber die haben ja so viele Probleme in ihrem erbärmlichen Leben hier in Deutschland... :/
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Beitrag22.07.2009, 16:53 - #3 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Naja, ich würde sagen, dass deine Gedanken auch kaum länger sind als meine. Mein Problem ist, dass ich noch nicht konkret weiß, was mein Standpunkt ist, klingt komisch, ist aber so :head:

Du hast das Thema Alkohol auch aufgegriffen und meiner Ansicht nach, wiederholst du das, was jeden Tag iwelche "Experten" sagen :kaffee:

Dann sagst du, dass dich das Thema Umweltverschmutzung so langsam aufregt, weil das nur hochgepusht wird, weil einige damit Geld machen wollen. Dann sagst du aber auch wiederrum, dass das Thema wirklich wichtig ist. Naja, was denn nun?
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Beitrag22.07.2009, 19:43 - #4 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Mexx hat geschrieben:Du hast das Thema Alkohol auch aufgegriffen und meiner Ansicht nach, wiederholst du das, was jeden Tag iwelche "Experten" sagen


Wieso zitierst du dann in deinem Anfangspost nicht solche grundlegenden "Expertenmeinungen"?

Mexx hat geschrieben:Dann sagst du, dass dich das Thema Umweltverschmutzung so langsam aufregt, weil das nur hochgepusht wird, weil einige damit Geld machen wollen. Dann sagst du aber auch wiederrum, dass das Thema wirklich wichtig ist. Naja, was denn nun?


Nur weil mit dem Thema Umwelt Schandtaten getrieben werden, heißt es noch lange nicht, dass es unwichtig ist! Das Thema ist mir persönlich sehr wichtig, aber es ist lächerlich wie es in die Werbemaschinerie eingespannt wird!

Und wenn du dir über deinen Standpunkt nicht sicher bist, dann solltest du hinter die Überschrift von dem Beitrag ein Fragezeichen setzen! :T
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Beitrag22.07.2009, 21:14 - #5 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Hallo,

dann möchte ich mich mal mit meinem ersten richtigen Beitrag in die Diskussion einbringen.

Das Thema Alkohol betrachte ich ähnlich wie gedankenflut. Früher (so fern ich das mit meinen 24 Jahren sagen kann) bezog sich der Alkoholkonsum nahezu auf das Wochenende. Dort wurde gefeiert und die kosumierte Menge war mit Sicherheit nicht gering. Dass sich Jugendliche heute sogar unter der Woche fast bis zum Exitus wegballern kann man eigentlich nur auf die von gedankenflut angesprochenen Probleme im sozialen und phyisischen Bereich zurückführen. Entweder es wird getrunken, weil man dem Gruppenzwang folge leisten muss (m.M. nach die größte Gruppe) oder weil man irgendwelchen Dingen aus der Realität entfliehen möchte (der kleinere Teil).
Desweiteren tragen die Medien natürlich ihren Teil dazu bei, da fast jeder Jugendliche seine eigene Schlagzeile bei Bild und Konsorten bekommt, wenn er mal einen über den Durst getrunken hat und irgendwo aufgefunden wurde. Wir hatten wenigstens noch den Anstand, unseren Kumpel von der Party noch nach Hause und bis ins Bett zu bringen und ihn nicht wie ein Stück Abfall irgendwo liegen zu lassen. Durch diese überzogene Berichtserstattung entsteht natürlich das Bild, dass fast jeder Jugendliche ein potenzieller Alkoholabhängiger wird/ist.

Das Thema Umwelt betrache ich recht gelassen, natürlich muss etwas getan werden, aber auch hier wird meines Erachtens nach der falsche Weg eingeschlagen, da man sich in der Politik erst einmal mit den kleinsten Übeln (z.B. PKW) beschäftigt, anstatt bei den großen Problemen in der Industrie anzuknüpfen. Dieses Problem ist wirklich nur global zu lösen, denn es bringt nichts, wenn wir hier in Europa den Verbrauch nach unten schrauben und gleichzeitig in China, wo eine richtige Industrie erst im Aufbau ist die Werte massiv ansteigen.

Zu deinem letzten Punkt fällt mir jetzt leider nicht viel ein. Außerdem dient die von dir angesprochene Randgruppe nur bedingt als Vergleich, da diesen Personen untereinander die Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme fehlen.
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Beitrag23.07.2009, 02:26 - #6 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Danke für dein Thema, Mexxx. Obwohl es sehr viel (zu viel?) Diskussionsfreiraum lässt, sage ich jetzt einfach mal: Es ist stickykonform.

Der steigende Alkoholkonsum von Jugendlichen ist meiner Ansicht nach nur ein Phänomen einer bestimmten Altersgruppe. Ich bin zuversichtlich, dass die meisten mit zunehmendem Alter von alleine nicht mehr so viel konsumieren werden, ausgenommen die, die tatsächlich tiefsitzende psychische Probleme haben.

Meiner Ansicht nach ist ein zentrales soziales Problem der Zukunft der Wandel unserer Gesellschaft. Zum einen überaltert unsere Gesellschaft. Da stellt sich zwangsläufig die Finanzierungsfrage. Zum anderen wird es wegen dem Wachstum der Weltwirtschaft und der Globalisierung auch immer mehr Migration geben. Wir müssen uns in Europa darauf einstellen, dass wir keine homogenen Gesellschaften mehr haben, sondern immer mehr Einwanderer. Sie zu integrieren und eine kulturell und religiös tolerante Gesellschaft zu schaffen, wird unsere Aufgabe der nächsten Jahrzehnte sein.
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Beitrag23.07.2009, 14:06 - #7 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Angesprochen worden sind bisher nur Probleme, die uns dank der Medien suggeriert werden. Ob das die sind, die uns in der Zukunft am meisten zu schaffen machen werden, ist zweifelhaft. Unzweifelhaft ist, dass alle Prognosen politisch und wirtschaftlich gezielt eingesetzt werden (siehe Club of Rome, 1977), gleichgültig, ob das Klimakatastrophismus, Überbevölkerung oder "Vereinsamung" der Menschen ist.
Natürlich haben alle diese Punkte eine entscheidende Bedeutung, aber die manipulative Verwendung von (Schein-)Erkenntissen verbaut die Möglichkeit, vernünftig und ohne Scheuklappen zu reagieren und ... blockieren die Einsichten in viele andere existentiell bedrohliche Entwicklungen.
Als Beipiel mag die Reaktion auf die Klimaänderung stehen: Hier wird vergeblich und unter hohem Kostenaufwand versucht, den CO2-Ausstoß zu vermindern, damit die Temperatur nicht so hoch ansteigt. Dabei ist es völlig unerheblich, ob die Temperaturen steigen, sondern es sind einzig und alleine die Schäden maßgeblich, die durch den Klimawandel erfolgen. Der Temperaturanstieg scheint sicher, aber statt Geld und Mühe in die Begrenzung der Schäden zu stecken, wird mit dem CO2 gespielt. Würde man Hochwasserschutz, sicheren Hoch- und Tiefbau betreiben, würden viel weniger Zukunftsopfer zu erwarten sein. Würde man beispielsweise vom Klimawandel betroffene Länder wie etwa Bangdafesh gezielt wirtschaftlich helfen, könnten die bei einem Wirtschatswachstum dort, ihre eigenen Schutzmassnahmen ergreifen ... Statt die positiven Effekte der Erwärmung mit einzubeziehen, ist man blind auf diesem Auge: Da wird über den Anstieg der Hitzetoten gejammert, aber alle übersehen, wie viel weniger Kältetote es gibt. ... Dies nur als Beispiel für vielschichtige Probleme, die uns als eindimensional verkauft werden.

Wer sagt, dass bei uns die Vereinsamung immer stärker wird? Ich würde sagen, heutzutage ist es möglich, einsam leben zu dürfen. Das ist ein Privileg, das durch das Sozialsystem ermöglicht wird. Ich glaube nicht, dass die Menschen heute weniger sozial sind als früher. Nur waren die Umstände zwingender. Und nie zuvor war es so intensiv möglich, Kontakte im Kleinen und auf der ganzen Welt zu haben: Telefon und Internet machen es möglich. Und das wird auch genutzt!

Alkoholprobleme bei Jugendlichen? Ja glaubt denn einer, die Kids hätten früher weniger gesoffen?

Wenn ich gefragt werde, was denn wohl die schlimmsten Probleme der Zukunft sein werden, so sehe ich die wachsende Wissenschaftsfeindlichkeit und die Abwendung von rationaler Weltauffassung. Das heißeste Thema wird die Gentechnik sein und die Diskussion um das, was wir tun wollen.

Was überhaupt nicht angesprochen worden ist: Wie sieht es mit der materiellen Verteilung der Welt aus? Was passiert, wenn einerseits die Überwachung und Kontrolle immer ausgefeilter wird und gleichzeitg die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht. Imho zählt auch die Migrationspolitik dazu.
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Beitrag24.07.2009, 13:17 - #8 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Ich glaube nicht, dass eine Wissenschaftsfeindlichkeit entsteht, eher eine stärkere Polarisierung.
Die mangelhafte Integration türkisch Stämmiger hier in Deutschland wird vermutlich noch ein starkes Problem werden, hier hat die BRD ziemlich viel auf zu holen. Sonst sollte nachher keiner aufschreien, wenn eine türkische Partei 2Millionen Stimmen bei einer Bundestagswahl bekommt.

Wer sagt, dass bei uns die Vereinsamung immer stärker wird? Ich würde sagen, heutzutage ist es möglich, einsam leben zu dürfen. Das ist ein Privileg, das durch das Sozialsystem ermöglicht wird. Ich glaube nicht, dass die Menschen heute weniger sozial sind als früher. Nur waren die Umstände zwingender. Und nie zuvor war es so intensiv möglich, Kontakte im Kleinen und auf der ganzen Welt zu haben: Telefon und Internet machen es möglich. Und das wird auch genutzt!

Das Privileg zu haben ist völlig ok. Nur wenn aufgrund von Passivität (v.a. Internet, Fernsehen, PC- und Konselenspiele) die Fähigkeit verloren geht, echte Kontakte auf zu bauen, beginnt erzwungene Einsamkeit. Der Mensch in Deutschland versinkt immer mehr in der hochtechnischen Unterhaltungsindustrie, es bleibt ab zu warten, wie die sich entwickelt., ich bin da weniger optimistisch.
Es möge mir keiner damit kommen, dass Internetkontakte genauso real sind, wie ein Kumpel, der regelmäßig vorbei kommt.


Wer weiß, ob es nicht noch ein Problem wird, wenn die asiatische Kultur plötzlich den Stellenwert einnimmt, den heute die amerikanische hat, was mMn definitiv passieren wird, ich meine besonders die chinesische (oder die japanische) Kultur. Vor allem China glänzt nicht gerade mit gesellschaftlichen Fortschritt. Aber vielleicht krachts auch vorher so richtig mit China, dann wird das nie ein Thema sein, aber das kein soziales Problem.
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Beitrag25.07.2009, 13:48 - #9 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Warum sollten denn Internetkontakte das gleiche sein wie reale? Sie sind eine andere Form und ganz sicher eine Bereicherung.
Ich weiß nicht, woher die Aussage kommt, dass die Fähigkeit verloren geht, Kontakte aufzubauen? Und woher weiß man denn, dass so geschädigte Menschen an Zahl bei uns zunehmen? Vielleicht sind das die gleichen, die früher als Loser im Abseits lebten oder als Underdogs. Die haben nun 'ne Möglichkeit, virtuelle Kontakte zu pflegen.
Die Vorstellung, dass früher alles besser war - also auch das soziale Leben - möchte ich entschieden zurückweisen. Großfamilien gab es nie und Religion und Politik (ob Preußen oder Faschisten) haben die Leute zwar aus der Einsamkeit herausgezwungen, sie aber immer missbraucht und nie Rücksicht auf deren Individualität genommen. So eine "Gemeinschaft" kann mir gestohlen bleiben.

Die Spekulation über die Zukunft drückt anscheinend zuerst mal die eigenen Ängste und Bedürfnisse aus und hat zunächst nichts damit zu tun, was tatsächlich vorliegt.
Das sieht man auch in der Furcht vor einer "Überwältigung" durch die asiatische Kultur. Was soll das denn sein? Mit-Stäbchen-Essen? Wenn's weiter nichts ist. Bisher hat es ja so ausgesehen, dass die Japaner, S-Koreaner, Taiwa- und Chinesen etc. den westlichen Stil imitieren und damit wirtschaftlichen Erfolg haben. Wenn sie den Westen "kaufen", dann wohl mit den kapitalistischen Methoden, die wir nur zu gut kennen und die sie übernommen haben.
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Beitrag26.07.2009, 12:30 - #10 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Mexx hat geschrieben:Als aktuelles soziales Problem sehe ich den Alkoholkonsum bei Jugendlichen, der sich in letzter Zeit drastisch erhöht hat, aber ich denke dies ist in der Zukunft unbedeutend, weil sich das von selber regeln wird und es meistens dafür Gründe gibt, die erkannt werden müssen und dann ist das in Ordnung.


Das Thema kommt immer wieder zu Sprache. Aber es ist wohl wirklich ein Irrtum, daß dieses Thema so neu ist. ExtraDrei wies darauf auf amüsante Weise hin: http://www.youtube.com/watch?v=9WT5cZHeE5s

lg
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Beitrag27.07.2009, 12:25 - #11 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Hm, da bleibt mir kaum etwas anderes übrig als dir recht zu geben, Frühstücker.
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Beitrag02.08.2009, 15:05 - #12 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Hallo erstmal,

also zum Thema Alkohol denke ich, dass die Medien das durchaus ziemlich aufbauschen. Wie der Youtube-Link da auch schon verrät, war das früher auch nicht anders. Und denkt euch mal in die späten 60er und 70er rein... was da an Veränderungen in der Gesellschaft und unter den Jugendlichen stattgefunden haben (aus der Sicht der "Älteren" augenscheinlich ganz sicher ziemlich schlechte wenn man den Drogenkonsum und die psychodelische Musik betrachtet mit damals krass gesellschaftskritischen Texten), dann ist unsere heutige Jugend geradezu brav und so konform wie seit langem nicht mehr.

Das liegt auch daran das unsere Gesellschaft pluralistischer geworden ist. Genauer gesagt: So ausdifferenziert wie zu keinem Zeitpunkt der Geschichte. Jeder kann sich seine eigene Subkultur und seine eigene Nische suchen. Dies ist ein Zustand von Freiheit den ich persönlich niemals missen will, jedoch gibt es auch hier wie es halt immer so ist Nachteile, zumindest für viele Menschen. Denn daraus resultiert der berühmte "Werteverfall" der immer beklagt wird, die sich auflösende "Einheitskultur" und andere sichere "Kleingärten" in die man sich zurück ziehen kann und wo die Gesellschaft einem schön brav vorgibt an was man nun zu glauben hat und was nicht.
Meiner Meinung nach ist das kein Werteverfall, sondern im Gegenteil, eine ungeheure Ansammlung an potentiellen Werten. Es gibt keine Klassen mehr, in einer Person können sich zugleich christliche, liberale, aufklärerische und irgendwelche esoterischen Werte vermischen. Der Markt an Werten ist so groß, dass niemand genau sagen kann was richtig und falsch ist, weil der Staat sich aus dieser Autorität im Großen und Ganzen zurück gezogen hat (zurecht !! wie ich finde). Das verwirrt viele Menschen weil sie nicht in der Lage sind sich selbst zu bilden. Also wird es für Rattenfänger a la BILD-Zeitung oder gar rechts- und linksextreme Parteien umso leichter, Schäfchen zu finden.
Ich denke hier liegt auch eines der größten gesellschaftlichen Probleme für die Zukunft. Die Gesellschaft verändert sich so schnell, dass viele Menschen unsicher sind.
Alkoholprobleme, Re-Nationalisierung, das Entstehen von (scheinbar autonomen) Parallelgesellschaft (anstatt ein MITeinander) wären letztlich nur Symptome dieses Problems.

Wobei ich anmerken möchte, dass ich hier bewusst (vor allem bezüglich der autonomen Parallelgesellschaften) etwas übertrieben habe ;)

Hoffe das war nicht zu sehr aus dem Kontext gerissen.
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Beitrag25.02.2010, 16:47 - #13 Re: Soziale Probleme der Zukunft - in Deutschland

Die Probleme, die unsere deutsche Gesellschaft in Zukunft haben werden, unterscheiden sich nicht wirklich von den Heutigen. Nur dass die heutigen sozialen Problematiken (noch) recht unscheinbar sind. Und zwar möchte ich da die soziale "Unterschicht", die "bildungsferne Schicht" oder auch das sog. "Prekariat" ansprechen. Ich meine die Menschen, die Hartz IV empfangen, in den Armutsvierteln unserer Städte leben, mind. 3 Kinder haben und kaum eine Chance haben, aus diesem Milieu heraus zu kommen. Es gibt schon diverse Studien zum Thema. Was mich besonders beschäftigt ist, dass

    1. diese Menschen immer mehr werden. Das bedeutet, dass diese Leute mehr Kinder zeugen, als es z.B. Akademiker tun.
    2. es sogar schon Wissenschaftler gibt, die davon ausgehen bzw. befürchten, dass das deutsche Erbgut langfristig dadurch "gestört" würde.
Es ist nachgewiesen, dass Intelligenz vererbbar ist. Menschen mit einem niedrigen Intellekt und einem auffallenden Habitus (Alkoholkonsum, Gewalt in der Familie, Bildungsferne) gebären (oder könnten) Kinder, die durch Vererbung, aber auch durch Erziehung einen ähnlichen Habitus aufweisen. Ich bin kein Sozialdarwinist, ich wollte diese Dinge auch nie glauben. Aber durch Gespräche mit Sozialwissenschaftlern und eigenen Erfahrungen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass unser soziales System eigentlich gar nicht weiß, wie mit diesen Personengruppen umzugehen ist! Das Problem der Zukunft für Deutschland werden also wir Deutschen selbst sein. Entweder die, die zu dieser Klientel gehören oder die, die nicht wissen, wie mit der Problematik bzw. den o.g. Leuten umzugehen ist.

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Beitrag25.02.2010, 23:57 - #14 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Die USA konnten dies durch eine zeitliche Begrenzung der Sozialhilfe auf 5 Jahre recht gut lösen.
In Deutschland wäre sowas aber nicht durchsetzbar und widerspricht wohl dem Sozialstaatsgebot des GG.

Durch eine neue Zuwanderungspolitik (Leistungsträger anwerben, Leistungsempfänger und Risikopersonen abweisen oder ausweisen) könnte man noch weitere Probleme lösen.
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Beitrag26.02.2010, 10:55 - #15 Re: Soziale Probleme der Zukunft - in Deutschland

(Un)Realist hat geschrieben:Und zwar möchte ich da die soziale "Unterschicht", die "bildungsferne Schicht" oder auch das sog. "Prekariat" ansprechen. Ich meine die Menschen, die Hartz IV empfangen, in den Armutsvierteln unserer Städte leben...

Das Problem: H4 und Niedriglöhne greifen immer mehr in die Mittelschicht über. Da gibt es Erhebnungen die belegen (bei Destatis wars, glaub ich), daß in den Niedriglohn-Langzeitarbeitslosigkeit-H4-Sektor immer mehr Leute mit Abitur und abgeschlossenem Studium einziehen. Das heißt: die Beschäftigung mit der bildungsfernen Schicht mag zwar auf den ersten Blick logisch sein, trifft aber nicht die Realität.

Philipus II hat geschrieben:Die USA konnten dies durch eine zeitliche Begrenzung der Sozialhilfe auf 5 Jahre recht gut lösen.

Lösen? Inwiefern? Erläutere mir das bitte mal. Diese Menschen werden sich ja nicht nach 5 Jahren rückstandsfrei in Luft auflösen.

Philipus II hat geschrieben:Durch eine neue Zuwanderungspolitik (Leistungsträger anwerben, Leistungsempfänger und Risikopersonen abweisen oder ausweisen) könnte man noch weitere Probleme lösen.

Definiere Leistungsträger! Solche Luschen, die gerade im Bundestag unser Land vergeigen? Dauertransferleistungsbezieher wie der Westerwelle, der noch nie nen Tag gearbeitet hat, gegen den Staat wettert aber ausschließlich von Staatskosten/Parteienfinanzierung lebt? - Und außerdem bist Du ein kleiner Neololonialist. Andere Länder bilden mit ihren Steuermitteln ihre Jugend aus und Du wirbst sie dann für lau ab? Und den Schrott dürfen die dann behalten? Das macht dann unsere Probleme zu ihren. Tolle Leistung. Wo lernt man so einen Hafer?
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Beitrag26.02.2010, 11:14 - #16 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Neokolonialismus wäre es, wenn wir auch noch ihre Rohstoffe holen ;)

Ich halte es für legitim, auch die Vorteile der Globalisierung zu nutzen. Dazu gehört eben auch, dass sich die Leistungsträger, sich "ihr Land", in dem sie arbeiten und leben wollen, selbst aussuchen. Ich sehe da überhaupt kein Problem, die guten anzuwerben.
Australien betreibt das in etwa so, wie ich mir das vorstelle. Nur Bewerber, an denen Bedarf herrscht und die eine wirtschaftliche Bereicherung sind, bekommen Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung. Ähnlich stelle ich mir das auch in Deutschland vor.
Wir sind ein demokratisch geprägtes, stabiles Land mit ordentlicher Infratsruktur und persönlicher Freiheit. Das ist doch schonmal was.
Die bisherige Variante, zielsicher die Leistungsempfänger anzuwerben, ist ja jetzt nnicht so erfolgreich.
Ich persönlich würde eine verstärkte Zuwanderung stark begrüssen, wenn jeder davon wirklich eine Bereicherung Deutschlands ist.
Diejenigen, die weniger Potential aufweisen, werden bereits abgewiesen oder soweit zulässig ausgewiesen.
Als Leistungsträger sehe ich alle, die durch ihr Einkommen Nettozahler sind. Dazu zähle ich übrigens auch Staatsangestellte ;)

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Soweit ich weis, ist der Anteil der Akademiker unter den HarzIVlern sehr gering und kaum ansteigend. Im Endeffekt sind das nahezu vollständig Leute aus nicht kommerziell orientierten Studiengängen, wie wir immer so schön sagen. Also Studiengänge, deren Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt einfach nicht gefragt sind.
Langzeitarbeitslosigkeit ist sehr wohl ein Problem der unzureichend Gebildeten und der Minderheit der Arbeitsunwilligen.
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Beitrag26.02.2010, 13:17 - #17 Re: Soziale Probleme der Zukunft - in Deutschland

ToxedViruz hat geschrieben:Das heißt: die Beschäftigung mit der bildungsfernen Schicht mag zwar auf den ersten Blick logisch sein, trifft aber nicht die Realität.

Oder eher NOCH nicht die Realität. Noch kann man mit Recht behaupten, dass es sich hier um eine bildungsferne Schicht handelt. Ob das so bleibt in in wie fern auch Leute mit höheren Abschlüssen in diese Armut fallen, ist noch abzuwarten. Der Trend geht in diese Richtung, das stimmt aber leider.

Ein Problemlösungsansatz: weg von H4! Das System hat während seiner Zeit doch oft genug gezeigt, dass es gegen jede Art von Sozialstaatlichkeit und Menschenwürde geht. Das Gebot soll "fördern und fordern" heißen, aber gefördert wird bei einem Eurojob, bei dem man 8h/ Tag Puzzles sortiert, doch keiner. "Fordern und fordern" triffts da schon eher. Ich kenne niemanden, der durch einen Eurojob auf den Arbeitsmarkt (was ist das eigentlich?) vorbereitet wurde. Das ist meiner Meinung nach nur Schönung von Statistiken!
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Beitrag26.02.2010, 13:46 - #18 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Naja, die ein Euro Jobs haben durchaus Vorteile:
1. Die Nichtaufnahme der Tätigkeit zeigt, dass der Arbeitslose nicht arbeitswillig ist. Damit kann man die Leistungen kürzen
2. Man gibt den dort Tätigen einen gergelten Tagesablauf
3. Man schafft Arbeitsleid und damit einen Ausgleich zu den Zahlungen
4. Man dämmt Schwarzarbeit etwas ein
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Beitrag26.02.2010, 20:11 - #19 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Philipus II hat geschrieben:Naja, die ein Euro Jobs haben durchaus Vorteile:
1. Die Nichtaufnahme der Tätigkeit zeigt, dass der Arbeitslose nicht arbeitswillig ist. Damit kann man die Leistungen kürzen
2. Man gibt den dort Tätigen einen gergelten Tagesablauf
3. Man schafft Arbeitsleid und damit einen Ausgleich zu den Zahlungen
4. Man dämmt Schwarzarbeit etwas ein

    1. Das hat nichts mit einem Sozialstaatsprinzip zu tun und zwingt indirekt Menschen zu arbeiten. Das ist Faschismus! Und von Bereitwilligkeit kann man gar nicht reden. Wärst du bereitwillig, täglich stundenlang die gleiche eintönige, unterfordernde "Arbeit" zu machen (z.B. Heftchen falten), obwohl du ein Diplomabschluss hast?
    2. Was soll das für Vorteile für den Einzelnen bringen, einen geregelten Ablauf zu haben? Wenn ich jeden Morgen an eine Imbe gehe und dort mein täglich Alkohol konsumiere, dann ist das auch ein "geregelter Tagesablauf".
    3. Was!? Nur wer arbeitet/ leidet hat ein Recht auf Leben?
    4. Das ist Quatsch. Da will ich Zahlen und Belege sehen!

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Beitrag26.02.2010, 22:07 - #20 Re: Soziale Probleme der Zukunft

Ich kann dir da nur schwer folgen. Ein Leben im Wohlstand ist halt mal nur durch Arbeit und Leistung möglich.
Ich finde es wirklich sehr bedauerlich, durch diese böse Welt zur Arbeit gezwungen zu sein, wenn ich mir meine materiellen Wünsche und z.T. auch andere Wünsche erfüllen möchte.
Ein Leben ohne Arbeit auf Kosten der Gemeinschaft darf keine Option sein.
Mit Faschismus hat das nichts zu tun. Faschismus wäre es, Arbeitsunwillige mit Waffengewalt oder Haft zur Arbeit ohne jegliche Gegenleistung zu zwingen.
Eine Leistungskürzung bei Nichtaufnahme einer Tätigkeit ist nicht faschistisch, sondern realistisch :confused:
Im Endeffekt ists halt mal so, dass man eine Arbeit erledigen muss, um Gegenleistungen zu erhalten.
Ad 2,3
Mit Arbeit geht nach gängiger Definition Arbeitsleid einher.
Jedes Individuum nimmt im Zuge seiner Nutzenmaximierung Verlust an Freizeit und Arbeitsleid sowie einen fremdbestimmten Tagesablauf in Kauf, um als Gegenleistung für die Tätigkeit eine Gegenleistung zu erhalten.
Da der Leistungsempfänger ja eine Leistung erhält, halte ich es für angemessen, ihn auch mit geregeltem, fremdbestimmten Ablauf, Freizeitverlust und Arbeitsleid zu versorgen.
Mit einem Recht auf Leben hat das gar nichts zu tun.
Keiner muss arbeiten (ausser den Zwangsarbeitern im Zivildienst/Bundeswehr :/ ), nur die Mehrheit wird halt aus rationellen Gründen arbeiten.

Ad 4:
Ich habe keine Statistik und kann es daher nicht belegen.
Der Schluss, ein 40h die Woche im 1€ Job Beschäftigter könne weniger schwarz arbeiten, liegt aber nahe.
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