in der Netiquette hat sich Freibrief nicht nur "Diskussion mit Niveau" auf die Fahnen geschrieben; auch die Rechtschreibung sollte, obwohl sie nicht perfekt sein muss, einem gewissen Mindestniveau entsprechen. Dieser Meinung ist zumindest der Verfasser, der sich im momentanen Benutzertitel (Sept. 08) selbst als "Rechtschreibfanatiker" bezeichnet. Schließlich ist die Beherrschung der deutschen Rechtschreibung und der korrekten Grammatik nicht nur in einem Internetforum, sondern überall im Alltag von Vorteil. Wenn Du, lieber Benutzer, in einem Beitrag auf diesen Thread hingewiesen wurdest, solltest Du ihn dir gut durchlesen und den Fehler im Idealfall nicht wiederholen.
Anmerkung: Dieses kleine Regelwerk bietet nur eine Hilfestellung. Es wurde von Laien in ehrenamtlicher Arbeit geschrieben. Deshalb enthält es nur sehr allgemeine Regeln und kann auf Spezialfälle nicht eingehen. Es ersetzt nicht den Duden oder ein anständiges Deutsch-Grammatikbuch. Alle Angaben sind ohne Gewähr.
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Der Inhalt:
- "Das" und "Dass"
- "Seit" und "Seid"
- "Währe" und "richtigerweiße"
- "Den" und "Denn"
- Die Inversion in Nebensätzen
- "Andere" und die anderen Leute
- "Ich erinnere"
- "Das macht Sinn" - oder doch nicht?
- "Verwenden" und seine Partizipien
- "Sie" und "sie" - "Du" und "du"
- Der Deppenapostroph und das Deppenleerzeichen
- "Wörter" und "Worte"
- "Sozial" und "Sozialistisch" - die -Ismen
- "Als" und "Wie"
- "S", "ss" und "ß"
- "Wieder" und "Wider"
- Rechtschreibüberprüfungen und wie sie versagen können
- Weiterführende Links
"Das" und "Dass":
Das "Das" hat zweierlei Verwendung: Als bestimmten Artikel (der, die, das) wie z.B. in "das Internetforum" und vor allem als Relativpronomen.
Bsp.: "Das Internetforum, das Freibrief.net heißt, ist toll."
Das "dass" ist eine Konjunktion.
Bsp.: "Das Forum ist so gut, dass es bestimmt erfolgreich werden wird."
"Ich wusste nicht, dass du kommst."
Man kann "das" (Relativpronomen) und "dass" gut dadurch unterscheiden, dass sich "das" immer durch ein "welches" ersetzen lässt.
Bsp.: "Das Internetforum, welches Freibrief.net heißt, ist toll."
Das ginge auch. Kann man also das "das(s)" durch ein "welches" ersetzen, so schreibt man es "das", geht dies nicht, ist es "dass".
"Seit" und "Seid":
Hier verhält es sich simpel. "Seit" ist Teil einer Zeitangabe, eines Zeitverlaufs. Im Englischen entspricht es dem "since" oder dem "for".
Bsp.: "Freibrief.net besteht seit 2008." ("since")
"Freibrief.net besteht seit einem Jahr." ("for")
Es lässt sich auch zu Konstruktionen wie "seitdem" zusammensetzen.
Das "seid" ist einfach die 2. Person Plural Präsens Aktiv Indikativ von "sein".
Ich bin, du bist, er/sie/es ist, wir sind, ihr seid, sie sind.
Bsp.: "Seit dem Lesen dieses Textes seid ihr schlauer."
"Währe" und "richtigerweiße":
In Internetforen liest man oft "währe" statt "wäre". Das ist Unsinn. Woher soll das "h" herkommen? Das Wort kommt nicht von "wahr" sondern von "sein".
Bsp.: "Hättest du dieses Regelwerk hier gelesen, wärest du schlauer."
Ein sehr viel bekannterer Fall ist "nämlich". "Wer "nämlich" mit "h" schreibt, ist dämlich.". Der ist ähnlich. Dass auch hier das "h" fehl am Platze ist, erkennt man sofort, wenn man sich vergegenwärtigt, dass "nämlich" von "Name" kommt, wo auch kein "h" vorkommt.
Genauso unsinnig wie "Währe" und "Nähmlich" ist "richtigerweiße". Natürlich muss es nicht "richtigerweiße" sein, es kann auch "glücklicherweiße", "fälschlicherweiße" und alles sonstige mit "-weiße" sein. Das ist falsch. Es ist die "Weise". Man kennt sie von der Redewendung mit der "Art und Weise" und man schreibt sie nur mit einem "s". Sie hat rein gar nichts mit der Farbe zu tun. Richtig müsste es daher heißen: "Richtigerweise", glücklicherweise", "fälschlicherweise".
Auch das Wort "riesig" wird häufig mit "ß" geschrieben ("rießig"). Auch hierfür gibt es keinerlei Veranlassung. Man schreibt weiterhin "riesig]".
Weiterhin soll an dieser Stelle die Gelegenheit benutzt werden, Worte wie "aba" (korrekt: aber) entgültig zu ächten. Eine schlimmere Verschandelung der deutschen Sprache muss erst noch gefunden werden.
"Den" und "Denn":
Viele vergessen das zweite "n" oft einfach, weshalb man diesen häufigen Fehler wohl in die Kategorie "Tippfehler" einordnen könnte. Trotzdem muss einmal irgendwo der kleine, aber - wie so oft im Deutschen - durchaus feine Unterschied klargestellt werden:
"Den" ist der Akkusativ Sing. oder der Dativ Pl. von "der" bzw. "das".
Bsp.: "Tequila schließt den Thread." Der Thread (sing.) ist das Akkusativobjekt.
"Tequila nimmt den Benutzern durch seine Pedanterie die Freude am Posten." Die Benutzer (Pl.) sind Dativobjekt.
"Denn" ist eine kausale Konjunktion. Es ist Teil einer Begründung. Anders als bei vielen anderen Konjunktionen folgt in einem Nebensatz, der mit "denn" eingeleitet wird, keine Inversion.
Bsp.: "Den von euch genannten Argumenten kann ich nur zustimmen, denn sie sind richtig."
Die Inversion in Nebensätzen:
Damit sind wir schon beim nächsten wichtigen Kapitel angelangt: Der Inversion in Nebensätzen, die auch in der Wikipedia ganz gut erklärt wird. Nach verschiedenen Konjunktionen wie "dass" oder "weil" muss das Verb ganz ans Ende des Nebensatzes gestellt werden.
Bsp.: "Ich besuche Freibrief.net, weil die Benutzer hier so sympathisch sind."
Mittlerweile wird in der Umgangssprache die Inversion oft vernachlässigt. Das mag dort akzeptabel sein, ist aber im Schriftdeutsch auf jeden Fall falsch.
Bsp.: "Ich besuche Freibrief.net, weil die Benutzer hier sind so sympathisch."
Ohne die Inversion geht auch der besondere Charakter des Nebensatzes verloren. Während er an der Inversion leicht zu erkennen ist und niemals alleine stehen kann, klingt die umgangssprachliche Version, als würden zwei Hauptsätze hintereinander gereiht.
"Andere" und die anderen Leute:
Dieses Kapitel befasst sich mit der Groß- oder Kleinschreibung der "Anderen". Oder der "anderen"?
Man kann das es immer klein schreiben. Wenn man es aber groß schreibt, hebt man hervor, dass es eine Substantivierung ist. Wenn es klein geschrieben wird, sieht es aus wie ein Attribut ohne Bezug. Den muss man sich dann denken (z.B. "Personen", "Menschen").
Bsp.: "Die Anderen waren lange fort."
"Die anderen Athleten waren lange fort."
"Ich erinnere":
Diese Wendung wurde hier aufgenommen, weil sie mehrmals von Altbundeskanzler Helmut Schmidt verwendet wurde, der es mit seinen 90 Jahren eigentlich besser wissen sollte. (Obwohl manche auch meinen, dass er die Wendung absichtlich verwendet, um etwas zu betonen.)
Man sollte niemals fremde Sprachen und das Deutsche durcheinander werfen. Im Englischen mag "I remember sth." ja richtig sein, aber im Deutschen wird die Entsprechung von "to remember" (nämlich "sich erinnern") immer reflexiv gebraucht: "Ich erinnere mich an etwas". Man beachte auch die Präposition "an", die im Englischen fehlt.
Weiterhin sollte man noch dem englischen "to remind" Beachtung schenken. "I remind sb. of sth." heißt "Ich erinnere jemanden an etwas". Während man im Englischen ein ganz anderes Vokabular gebrauchen muss, ist der Unterschied im Deutschen nur marginal, aber genauso wichtig.
"Das macht Sinn" - oder doch nicht?
"Sinn machen" fällt in die gleiche Kategorie wie "erinnern". Gegen "that makes sense" kann keiner etwas sagen. Aber "das macht Sinn" ist kein gutes Deutsch. Es ist nur eine wörtliche Übersetzung aus dem Englischen. Während oben das reflexive Wesen des Wortes einfach übergangen wurde, wird hier nicht berücksichtigt, dass es im Deutschen "Sinn ergibt". Das ergibt einen Sinn - oder es ist sinnvoll. Man kann auch in diesem oder jenem einen Sinn sehen. Aber "Sinn machen" tut es nicht.
Hinweis: Der Begriff ist schon länger in Gebrauch, als man denken könnte. Etwas Sinn Stiftendes ist jedoch auch hier nicht zu erkennen.
"Verwenden" und seine Partizipien:
Wir alle kennen das Wort "verwenden". Es bedeutet etwa "benutzen, gebrauchen". Das eigentlich Bemerkensewerte an dem Wort ist allerdings, dass es zwei Partizipien besitzt: "verwendet" und "verwandt".
Zunächst ist festzuhalten: Beide sind korrekt. "Verwendet" ist heute gebräuchlicher. "Verwandt" klingt etwas veraltet, auch wenn einige diese Version für sehr viel eleganter halten. Außerdem kann es Verwechslungen nach sich ziehen, weil man heutzutage meist nur noch mit anderen Personen "verwandt" ist.
Ein Sonderfall stellt "sich verwenden" dar. Es bedeutet in etwa "sich für jemanden einsetzen". Es wird im Perfekt heute immer noch in der absoluten Mehrzahl der Fälle mit der letzteren Version gebraucht.
Bsp.: "Ich habe mich für ihn verwandt."
Das Thema wurde schon gut im Zwiebelfisch aufgearbeitet. Hieraus lässt sich auch gleich die zweite Besonderheit zitieren:
Anders verhält es sich dagegen mit "gewendet" und "gewandt": Zwischen diesen beiden Partizipien besteht tatsächlich ein Unterschied, was daran liegt, dass es zwei verschiedene Formen des Verbs "wenden" gibt: eine transitive (etwas wenden, z.B. ein Auto wenden, Fleisch in der Pfanne wenden) und eine reflexive (sich wenden, z.B. der Gast wandte sich mit Grausen, sie hat sich an mich gewandt).
"Sie" und "sie" - "Du" und "du":
Dieses Kapitel handelt von einem Fehler, der gerne und oft gemacht wird: Um die Groß- bzw. Kleinschreibung von "Sie/sie". Generell gilt: Das Personalpronomen der 3. Person Plural "sie" schreibt man klein. Die respektvolle Anrede "Sie" und ihre Abwandlungen wie "Ihre" o.ä. schreibt man immer groß.
Bsp.: "Was haben sie gemacht?" - "Die Kinder? Sie haben die gesamte Tapete vollgemalt."
"Was machen Sie beruflich?" - "Ich bin Ingenieur."
"Wie geht es ihnen?" - Richtige Antwort: "Wem?" - Na Ihnen!" - "Danke, gut."
Viele machen diesen Fehler auch einfach nur, weil sie nicht darauf achten, obwohl sie es eigentlich besser wissen. Schade.
Was das "Du" angeht, so schrieb man es früher als Anrede, z.B. in Briefen, groß. Nach der Rechtschreibreform hat sich das erledigt. Man kann "du" nun immer klein schreiben. Allerdings kann man es auch groß schreiben, wenn man denkt, dass diese Schreibweise eleganter ist und besser aussieht.
Der Deppenapostroph und das Deppenleerzeichen:
Der Deppenapostroph bezeichnet die falsche Verwendung des Apostrophs. So kommt es vor, dass Plural-"s" oder Genitiv-"s" fälschlicherweise mit einem Apostroph vom Wort getrennt werden. Ein Apostroph kennzeichnet generell die Auslassung eines oder mehrerer Buchstaben. Im Englischen ist das gebräuchlicher als im Deutschen:
Bsp.: "How are you?" - "I'm fine." statt "I am fine.
Auch der Apostroph vor dem Genitiv-"s" hat in der englischen Sprache durchaus seine Berechtigung und ist völlig richtig. Ein populäres Beispiel ist "McDonald's (restaurant)". Im Deutschen wird der Genitiv-Apostroph jedoch schon seit hundert Jahren weggelassen und ist normwidrig.
Normwidrig bedeutet aber nicht immer regelwidrig. So verbietet der Duden das Genitiv-"s" (ein beliebtes Beispiel ist "Willi's Würstchenbude") nicht ausdrücklich. Er verweist nur auf die Norm. Und von der kann notfalls auch abgewichen werden. Über den Sinn lässt sich streiten.
Die Idee, einen Apostroph an ein Plural-"s" zu setzen, ist geradezu absurd. Das ist weder im Englischen noch im Deutschen gebräuchlich. Ein Buchstabe wird auch nicht ausgelassen. Die Herkunft dieser Schreibweise ist deshalb unerklärlich.
Bsp.: Falsch: "Ein Fußballtrikot" - "zwei Fußballtrikot's".
Richtig: "Ein Fußballtrikot" - "zwei Fußballtrikots".
Im Übrigen ist das Plural-"s" ebenfalls aus dem Englischen und wird heute verwendet, um die Mehrzahl von Namen und Wörtern zu bilden, bei denen die korrekte Form im Deutschen schwierig ist.
Bsp.: Früher war der Plural von "Uhu" "Uhue", während man heute zumeist "Uhus" verwendet. Momentan dürften aber noch beide Versionen im Duden stehen.
Das Deppenleerzeichen bezeichnet das falsche Setzen eines Leerzeichens zwischen zwei zusammengesetzten Wortteilen. Im Englischen wird das gemacht, im Deutschen aber nicht.
Bsp.: Falsch: "Garten Handschuhe."
Richtig: "Gartenhandschuhe."
"Wörter" und "Worte":
Das "Wort" ist so ziemlich das einzige Wort mit mehreren Pluralformen: "Wörter" und "Worte". Was ist der Unterschied zwischen den beiden?
"Wörter" ist der allgemeine Ausdruck für den Plural.
Bsp.: "In einem Wörterbuch stehen viele Wörter."
Damit die Wörter zu "Worten" werden können, müssen sie in einen sinnvollen Zusammenhang gestellt werden, z.B. in einer Rede.
Bsp.: "Die Menge lauschte den Worten des Politikers."
"Sozial" und "Sozialistisch" - die -Ismen:
In der Regel gibt es an einem solchen Wort wie "sozial" nichts zu rütteln. Es bedeutet, was es eben bedeutet. In der Wikipedia ist das gut formuliert:
"Das Wort sozial (von lat. socius = gemeinsam, verbunden, verbündet) bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingtheit des Zusammenlebens, insbesondere des Menschseins (der Mensch als soziales Wesen). Es taucht in mehreren Bedeutungen auf."
(letzter Zugriff am 16.03.09 um 9.10 Uhr; Autor: YourEyesOnly)
Was ist aber nun der Unterschied zu "sozialistisch"? Wird an ein Wort "-istisch" oder "-ismus" (Substantiv; "Sozialismus") angehängt, so signalisiert es eine politische Ausrichtung oder eine Ideologie. Sozialisten sind also Menschen, die mehr Sozialstaat wollen. Die Christsozialen wären aber empört, würde man sie mit den Sozialisten in einen Topf werfen würde. Ihre Vorstellung vom Sozialstaat ist in der Regel begrenzter.
Natürlich ist auch diese Regel nicht ganz frei von Ausnahmen. So können egoistische Menschen auch völlig apolitisch sein. Jedoch wird das Suffix "-istisch" in letzter Zeit recht inflationär verwendet, als könne man das Attribut damit verstärken. Das hängt damit zusammen, dass diese -ismen heutzutage größtenteils negativ besetzt sind. Nicht umsonst gibt es das wohlbekannte Sprichwort: "Jeder -ismus ist Beschissmus."
"Als" und "Wie":
In diesem Kapitel geht es um Steigerungen. Es gilt: Gesteigert wird mit der Präposition "als". Ist jedoch etwas gleich, so kommt das "wie" zum Einsatz. Auf Schwäbisch sagt man immer "wie", was aber genauso wie "der, wo etwas tut" (anstatt "der, der etw. tut") im Deutschen nicht korrekt ist. In manchen Dialekten wird in jedem Fall das "wie" verwendet, was jedoch falsch ist - zumindest im Hochdeutschen. Man merke: "anders als, gleich wie".
Bsp.: "CroneKorkN ist älter als Tequila." >
"Mati ist noch jünger als Lilith." <
"Mati ist genauso alt wie CroneKorkN" =
Wen das jetzt verwirrt hat, der kann sich aber auch einfach an Goethe halten. Der dichtete schließlich:
"Da steh' ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor!." (Faust I)
"S", "ss" und "ß":
Immer wieder werden Fehler bei der Verwendung des "s" gemacht. Im Deutschen haben wir drei Arten von "s": das normale "s", das "ss" und das "ß", welches in der Schweiz offiziell abgeschafft wurde. Wann benutzt man was?
Das einfache "s" wird benutzt, wenn das "s" bei einer Verlängerung des Wortes weich gesprochen wird,...
Gase -> Gas
Gläser -> Glas
Mäuse -> Maus
...oftmals vor anderen Mitlauten,...
Gast
Obst
...wobei es dabei im Bereich der Verben viele Ausnahmen zu beachten gibt. Um diese zu erkennen, hilft es, sich andere Formen des Verbs anzusehen.
musst -> müssen
reißt -> reißen (im Sinne von "zerreißen", "zerstören")
reist -> reisen (im Sinne von "eine Reise machen")
Nach Mitlauten benutzt man immer das "s"...
Puls
Wachs
...und auch bei den Wortendungen "-nis", "-as" und "-mus" ist dies der Fall.
Erkenntnis (aber Plural: Erkenntnisse
Atlas
Faschismus
Viele schreiben außerdem "riesig" mit "ß", also "rießig". Das ist falsch. Alles mit dem "Riesen", dem großen Mann, wird mit einem "s" geschrieben.
Ein Doppel-"s" ("ss") wird stets nach Vokalen geschrieben, die sehr kurz und scharf ausgesprochen werden.
dass
Fluss
Kasse
Das "scharfe S" oder "ß" folgt in der Regel dann wenn der Vokal lang gesprochen wird.
Gruß
Maß
reißen (im Sinne von "zerreißen", also zerteilen)
Man kann ein "ß" mit einem "ss" umschreiben, wenn es z.B. beim Benutzen ausländischer Computertastaturen nicht zur Verfügung steht. Ein Sonderfall ist ist jedoch "Maß" (Vokal lang gesprochen) und "Masse" (Vokal kurz gesprochen). Hier kann es zu Mißverständnissen kommen, wenn man das "ß" ersetzt. So bedeutet "Trinke Alkohol in Maßen", "Trinke nicht so viel". Wer dagegen in "Massen" trinken soll, wird gerade zum [i]maßlosen Trinken aufgefordert. Er soll besonders viel trinken.
"Wider" und "wieder":
Dies ist eine ganz leichte Lektion: Es geht um den Unterschied zwischen "wider" mit "i" und "wieder" mit "ie". Man kann es sich einfach so merken:
"Wieder" = "wiederholt, noch einmal"
"wider" = "gegen"
Bsp: "wiederholen", "schon wieder", "wiederum"
Aber: Widersprechen, weil man etwas gegen eine Behauptung sagt, seinem Widersacher (=Gegner) etwas erwidert . Und wenn man es schafft, sich ihm zu widersetzen, so spiegelt das innere Stärke wider. Natürlich spiegelt es nur einmal und wiederholt sich nicht.
Rechtschreibüberprüfungen und wie sie versagen können:
Rechtschreibüberprüfungen sind eine feine Sache. Egal ob nun im Browser selbst, in Textverarbeitungsprogrammen oder an anderen Stellen, helfen sie, den Text rechtschriflich korrekt zu bekommen. Die geschriebenen Wörter werden meist mit den Wörtern in einer Datenbank im Programm selbst verglichen, wenn ein Wort darin nicht vorkommt, wird es als Fehler markiert.
Das funktioniert zwar meist recht gut, eine solche Überprüfung bringt aber auch Probleme mit sich. So werden richtig geschriebene Wörter, die nicht in der Datenbank vorkommen (z.B. Personennamen) als Fehler markiert, obwohl sie eigentlich keine sind. Auch werden Wörter, die zwar im Satzzusammenhang als Rechtschreibfehler zu werten sind, nicht als Fehler markiert, weil sie als Wort in der deutschen Sprache sehr wohl vorkommen, nur mit einer anderen Bedeutung. Ein gutes Beispiel hierfür wäre "währe":
"Dein Reich währe ewig" ("Dein Reich soll ewig andauern.") - richtig
Aber "Das währe sehr schön, wenn du das tun könntest." ("Das dauert sehr schön an, wenn du das tun könntest.") ist völliger Quatsch, wird aber nicht als Fehler erkannt.
Gleiches passiert auch bei anderen grammatikalischen Fehlern:
Bsp.: "Der Buch ist gut."
Daher: Eine Rechtschreibüberprüfung ist sinnvoll, man sollte sich aber nie 100%ig darauf verlassen, dass auch wirklich alles danach stimmt.
Weiterführende Links:
Wer Wert auf gutes Deutsch legt, sollte unbedingt den Zwiebelfisch von Bastian Sick, dem Autor von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" kennen. Er behandelt regelmäßig Feinheiten der deutschen Sprache und klärt Missverständnisse auf.
Außerdem gibt es von der Online-Ausgabe der "Süddeutschen" noch eine kurze Zusammenfassung der populärsten Rechtschreib-Irrtümer und ihre Berichtigungen.
Wir hoffen, dass diese Kurzübersicht über die deutsche Grammatik und Ortographie hilfreich war. Anregungen und Verbesserungsvorschläge werden immer gerne entgegen genommen.
Dein Team von Freibrief.net.
