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Moderatoren: Philipus II, gedankenflut

Beitrag13.07.2008, 12:28 - #21 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Erschreckend, was du da schreibst.... erschreckend einleuchtend! :T
Stimme dir voll und ganz zu, besonders was den Individualismus anbetrifft! Zum Glück kann nicht jeder x-beliebige deine Gedanken lesen und solange können wir fröhlich vor uns hersingen: "Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten [...]"
One day your life will flash before your eyes. Make sure it is worth watching!
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gedankenflut
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Beitrag17.07.2008, 13:27 - #22 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

diese "Gedankenleser" sind nur Leute die viel geübt haben, außerdem werden sie zu mindestens 90% von Leuten besucht die an so einen Spuk glauben, wodurch sich ihre Erfolgsquote erklären lässt, die Tricks sind alle bekannt :kaffee:
Ein Feature, ist es erst wenn man es abschalten kann.
ein BILD ung informiert: Warum wir Internetzensur brauchen!
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alter_Bekannter
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Beitrag20.07.2008, 11:59 - #23 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

alter_Bekannter hat geschrieben:diese "Gedankenleser" sind nur Leute die viel geübt haben

An sich mag das stimmen, aber ich selbst hatte ein erschreckendes Erlebnis, der zufälligen Art an einem Kaffeetisch.
Niemand außer mir kennt meine dunklen Geheimnisse, dachte ich.
Zu erklären war das nicht, ging ja nicht nur mir so, die war sogar mal im Fernsehen und hat da die Leute ebenso verblüfft, irgend so eine Sendung(Talk) im Dritten.
Es ging da nicht um alltägliches, sondern wirklich um die Dinge, die man sich aufgebürdet hat.
Nicht dieser Quark mit Nummer aufschreiben, oder Hokuspokus den man sonst kennt.
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prepassenger
 
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Beitrag22.07.2008, 16:31 - #24 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Magst du weiter ins Detail gehen oder wird das zu persönlich?

MFG CKN
> Stehe zu dem, was du tust und tue nur das, zu dem du stehen kannst <
> Wenn Menschlichkeit Arglist, Egoismus und Naivität bedeutet, dann möchte ich kein Mensch sein <

Think for yourself, question Authority
Spoiler:

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Beitrag22.07.2008, 17:10 - #25 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

CroneKorkN hat geschrieben:Magst du weiter ins Detail gehen oder wird das zu persönlich?MFG CKN

Jupp, zu persönlich, trage daran schon schwer genug.
Ich kann nur sagen, daß ich sie gespürt habe und unterbewußt verkrampften sich meine Gedanken um das, was ich zu verbergen suchte und je stärker ich versuchte, nicht daran zu denken um so stärker wurde es erkennbar für sie, sogar mit Details.
Quasi alles an Informationen, die ich zu bestimmten Anlässen abgespeichert hatte und auch die Dinge, an die ich mich selbst definitiv, nicht mehr erinnerte (Wetter, Temperatur, meine Kleidung).
Ich machte am Anfang den Fehler und stritt ab, dann ging sie ins Detail, was folgte war sehr unangenehm und schmerzhaft.

Das war echt eine total zufällige Begegnung, in so einem "Lichtkreis", die wollten, daß ich bei Ihnen "mitspiele".
Jaa, hmm "Licht geben" auch so eine Sache, so rein vom denken her sage ich quatsch, vom gefühlten her, ziemlich merkwürdig.
Es gibt scheinbar Menschen, die positive Energien kanalisieren- und diese gezielt an bedürftige abgeben können(heilend, beruhigend).
Ich schildere das mal mit meinen Worten, so wie mir das verklickert wurde.
Es gibt kein finanzielles Interesse oder Abzocke, zumindest habe ich das nicht erlebt.
Die einzige finanzielle Verpflichtung bestand darin, 5DM zu geben, dafür wurde in irgendeinem tibetanischen Kloster ein Talisman für dich erstellt, den man sich um den Hals hängt.
Das ist ein kleiner Sack 5x5 cm und 1 cm dick, in dem ist in über 10 verschiedene Stoffstückchen ein Zettel eingewickelt, du darfst es nicht öffnen und es darf kein Schweiß an den Zettel kommen.
Ansonsten wird dein Säckchen wieder zurückgeschickt und neu "versiegelt", ja ich habe die lustigen Poststempel gesehen, wirkte alles authentisch.
War total unheimlich und irgendwie ergreifend, war aber nichts für mich, die waren mir zu abgehoben, so Modell "Retter der Welt", etc..
Hat ja jetzt nichts mit der Hellseherin zu tuen, doch gebe ich zu bedenken, daß es mehr gibt, als man weit spucken kann.
Mein Lebensweg ist gesäumt, von so merkwürdigen Begegnungen und Gegebenheiten und vor allem mit verlorenen lieben,
phasenweise hatte ich den Eindruck Unglück zu bringen, den Tod anzuziehen und aus irgendeinem Grund lernte ich viele Menschen kurz vor ihrem Tode kennen, so daß sie mir noch eben ihr unzufriedenes Schicksal unterbreiten konnten.

Nein, kein Einzelfall, keine Einbildung, das ging so weit, daß ich mich drei Jahre voll isolierte und keine persönlichen Geschichten hören wollte, irgendwann stempelte ich das eben alles selbst als Anhäufung von Zufällen ab und normalisierte mein Verhaltensmuster.
Ich bin ein Magnet im RL für negative Strömungen und scheine mich dadurch aufzuladen, wenngleich ich mich nicht gut fühle dadurch, ständig der Kummerkasten von wildfremden zu werden.
Anderen kann ich mit Wort und Tat prima helfen, doch mein eingezirkeltes Denken zu entkrampfen, kriege ich nicht hin.
Ich bin ein naiver Phantast, der hofft, daß es eben mehr gibt, als Geburt, Arbeit und Tod.
Ich wünschte, ich hätte die Gabe "nur mit einem Ohr" zuhören zu können, mein Kopf ist voll mit Geschichten von anderen, an die ich mich besser erinnere, als an meine eigene Telefonnummer.
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Beitrag22.07.2008, 19:49 - #26 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

'nach unseren erkenntnissen werden entscheidungen im gehirn zwar unbewußt vorbereitet. wir wissen aber noch nicht, wo sie endgültig getroffen werden. vor allem wissen wir noch nicht, ob man sich entgegen einer vorgebahnten entscheidung des gehirns auch anders entscheiden kann' sagt proffessor j. d. haynes vom berliner bernstein-center-for-computational-neuroscience. zusammen mit kollegen hat er untersucht, welche abläufe im gehirn vor der bewußten entscheidung von statten gehen.
die testpersonen konnten in dem experiment frei entscheiden, ob sie mit der rechten oder linken hand einen knopf betätigen wollten. mittels einer buchstabenfolge, die eingeblendet wurde, sollten sie angeben, wann ihrer meinung nach ihr entschluß feststand. aus den aktivitäten im vorderen gehirnteil konnten die wissenschaftler schon sieben sekunden davor eine entscheidung vorhersagen, mit einer trefferquote, die merklich über der zufallswahrscheinlichkeit lag. nach dieser vorentscheidung wurde die information über die zu erfolgende handlung und den zeitpunkt an andere bereiche des gehirns weitergeleitet.
in eigenen worten zusammengefaßter artikel 'entscheidungen - vom gehirn angebahnt' aus psychologie heute, ausgabe 7/2008.
weitere quelle 'unconscious determinants of the free descissions in the human brain' nature neuroscience online, april 2008.


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Beitrag24.07.2008, 14:04 - #27 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Viele sagen, es gibt einen gewissen Determinismus und folgen der materialistischen/atheistischen/deistischen Vorstellung.Andere meinen, dass der Mensch einen freien Willen hat.
Vielleicht haben auch beide recht.Jeder auf seine Art und Weise, da wir als Menschen zwar einiges richtig erkannt haben, anderes nicht wissen, vielleicht sogar das gleiche erkannt haben, aber aus unterschiedlichen Perspektiven.
Der freie Wille des Menschen ist eine Streitfrage, die bereits seit der Antike ungelöst ist.Ich glaube, dass diese Frage mit wissenschaftlichen Methoden nie final zu beantworten ist. Man findet Indizien für die eine oder andere Richtung.
Warum können wir keine Erkenntnis erreichen?
Eine Erkenntnis setzt vorraus, dass ein Vorgang empirisch nachprüfbar ist. Wie sollen wir aber alle Möglichkeiten berücksichtigen, auch die noch so unwahrscheinlichsten?
Die meisten Wissenschaften nehmen den statistischen Normalfall als wahr an, andererseits könnte jeder beliebige Vorgang auch ganz anders verlaufen.Bei einem unerwarteten Experimentausgang diesen aber als Gottesbeweis anzusehen, ist ebenfalls "Müll". Meist findet sich eine Theorie, die das Ergebnis erklärt.Gott als Lückenbüßer einzufüllen, wenn man selbst nicht weiterweis, ist ein Zerrbild.Andererseits haben Zerrbilder auch ein Stückchen von der Wahrheit dabei.
Daher wird die Frage nach dem freien Willen eine Glaubensfrage sein, bei denen von der Wissenschaft Indizien geliefert werden.
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Beitrag31.07.2008, 22:03 - #28 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Wir sollten uns vor allem auch fragen, ob es für uns wichtig ist zu wissen, was nun die Wahrheit ist! Angenommen, man könnte nun beweisen, alle unsere Entscheidungen sind nicht frei und wir haben keinen freien Willen, was würde das ändern? Menschen lebten seit Jahrtausenden so und es war nicht von Bedeutung, würde man Verbrecher laufen lassen, nur deshalb, weil es ja nicht ihr Wille war, sondern einfach so ist? Wir sehnen uns vor allem nach dem Entzug von Verantwortung, die wir dann nicht mehr für uns übernehmen müssen, aber das ist grundfalsch.
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Beitrag31.07.2008, 22:39 - #29 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

ich sehe nicht, warum sich gerade die behandlung von verbrechern in diese richtung entwickeln sollte. überführte täter werden zum schutz der gesellschaft weggesteckt. interessant finde ich die frage allemal. je mehr man über diese abläufe weiß, um so besser werden künftig krankheiten/ verletzungen behandelbar.

:)
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Beitrag18.08.2008, 10:41 - #30 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

[Dystopie-Modus]Diese Vorstellung erinnert mich doch sehr an die Idee aus dem Film "Minority Report", welcher auf dem Roman "Der Minderheiten-Bericht" von Philip K. Dick basiert.
Scotland Yard hat sich bereits Gedanken darüber gemacht und vor einigen Jahren eine Abteilung namens Homicide Prevention Unit (HPU) gegründet. Das Vorgehen der Organisation sieht wirklich düster aus und die einstigen Sci-Fi-Ideen sind bereits realer als viele es annehmen. Zwar beschränken sich die aktuellen Methoden der Abteilung auf psychologischen und kriminologischen Profilerstellungen und eine moderate Überwachung, doch die angestrebte Prävention könnte in naher Zukunft durchaus auch technischen Schnickschnack einbeziehen. Damit meine ich nicht etwa High-Tech-Geräte die einem eine Wettervorhersage bzgl. der anstehenden Kriminaldelikte der kommenden Woche ausspucken können, sondern z.B. Implantate, die man allen legalen Bürgern eines Staates eingepflanzt und damit ihre Gefühlsregungen, oder Gehirnaktivitäten überwachen kann.
Zwar wird es noch etwas dauern bis es so weit ist, aber wenn man in der Menschheitsgeschichte zurückblickt, dann stellt man doch erstaunt fest, wie schnell viele technische und geisteswissenschaftliche Errungenschaften erreicht werden konnten. Bis zu den legendären Gedankenverbrechern hätten wir es dann auch nicht mehr allzu weit. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es auf unserem Planeten richtig lustig wird.[/Dystopie-Modus] :rolleyes:

Hier sind noch einige Quellen:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24074/1.html
http://www.heise.de/newsticker/Scotland ... dung/81606
http://business.timesonline.co.uk/tol/b ... 651059.ece


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Beitrag27.08.2008, 04:19 - #31 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Ich glaube eher das der Artikel auf das gegenteil hindeutet. Da man meiner Meinung nach durch die unterbewusste Handlung das macht was man wirklich "will". Erst das Bewusstsein, welches die Handlung möglicherweise unterbindet, da man die möglichen Konsequenzen fürchtet oder womöglich mit negativen Reaktionen. Ich möchte dabei jedoch nicht ausschließen, dass der Befehl zur Handlung normalerweise erst durch das Handeln anderer ausgelöst wird oder aber durch den Einfluss der Umgebung, welche jedoch auch wieder durch andere mitbestimmt wird. Ein wahrer freier Wille währe also nur möglich, wenn man in einer Welt ohne äußere Einflüsse leben würden. Dadurch wäre aber überhaupt kein Handeln notwendig und es gäbe keinen Sinn einen Willen zu haben. Ich würde dabei sogar soweit gehen das es dadurch wohl auch keinen Sinn für ein Leben geben würde, wahrscheinlich sogar keine Grundlage für ein Leben.
Die Frage die man sich jedoch stellen sollte ist, ob nun jeder einen freien Willen hat, welcher von den Handlungen der anderen beeinflusst wird oder ob es durch diese zusammenhänge nicht alles vorbestimmt ist.
Unabhängig davon ob man nun an einen freien Willen glaubt oder nicht, sollte man jedoch immer die Verantwortung für sein Handeln übernehmen und dies nicht auf eine höhere macht oder auf ein "vorbestimmt Sein" schieben!
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Beitrag19.09.2008, 15:08 - #32 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Ich sehe die Problematik in der Diskussion um den freien Willen vor allem in der Vermischung von metaphysischen und naturwissenschaftlichen Inhalten. Denn ich meine, daß man den "freien Willen" mit den Mitteln der Naturwissenschaft gar nicht erkennen kann. (Ich folge hierin ganz der Argumentation Kants)

Plausibel erscheint mir diese Einschätzung mitunter auch aus folgendem (zugegeben vereinfachst dargestelltem) Grund: Der Naturwissenschaftler forscht unter dem Paradigma, Naturgesetze zu erklären. Unter dieser Voraussetzung kann ich mir gar nicht vorstellen, daß ein Neurobiologe den freien Willen durch seine Messung erkennen könnte, denn alles, was er erkennen kann, sind Gesetzmäßigkeiten der empirischen Erscheinungen.

Der Kern liegt demnach an dem Übergang von empirisch beobachtbarer Gehirnaktivität zu dem Begriff "Wille". Kant zog hier die Grenze und wäre arg entsetzt darüber, daß wir heute noch darüber diskutieren, obwohl er doch alles so haarklein überlegt und aufgeschrieben hat. Zwar gab es zu Kants Zeiten noch lange keine Neurobiologie, aber die von ihm formulierte Grenze des Verstandes wird durch die moderne Neurobiologie nicht verändert: Kant sah im Verstand die logischen Formen, mit deren Hilfe wir die empirische elt wahrnehmen und verstehen können. Oder besser: Der Verstand befähigt uns dazu, über die empirische Welt zu urteilen; d. h. Aussagen über sie zu machen. Problematisch wird es hingegen, wenn wir die logischen Formen des Verstandes auf Dinge anwenden, die NICHT in der empirischen Welt empirisch erfahrbar sind. Was die Dinge jenseits der empirischen Welt angeht, ist nicht Sache des Verstandes, sondern Sache der Vernunft; und diese, so Kant, kann zwar nicht im naturwissenschaftlichen Sinne beweisen, jedoch kann sie uns die Vernünftigkeit zeigen, die es hat, von einem freien Willen, sowie der Existenz Gottes sowie der Unsterblichkeit der Seele auszugehen.

Gruß
frechBengel

PS: Ich suchte ein Forum, in dem der Diskussionsstil über dem üblichen Niveau des "Quoten und Stichpunkte drunterkritzeln" liegt. - Ich glaube ich habe hier eins gefunden.
frechBengel
 
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Beitrag08.02.2010, 14:30 - #33 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Ich mach mal den Leichenfledderer :)

Ich wollte (will ich wirklich?) dazu auch noch mal was sagen, und zwar habe ich echt schon lange und immer wieder darüber nachgegrübelt ob es denn einen freien Willen gibt und wenn ja ob ich einen habe. Und das ist der Punkt, was soll ich nur von mir aus -ganz alleine- wollen? Heißt es nicht "Wunschlos glücklich sein!"? Also wenn ich glücklich sein will, muss ich nichts wollen. Da kam ich drauf, dass wenn man einen Willen hat, man niemals frei sein kann, denn es fehlt etwas und man muss es sich holen. Jetzt weiß ich auch endlich was mich immer bei der Aussage zum Rauchenaufhören gestört hat "Man muss nur wollen!" ist FALSCH!!! "Man muss nicht (müssen) wollen!" das ist viel schwieriger. Sprachlicher Feinmotoriker :)

So bin ich fast der Meinung es gibt gar keinen Willen. Ich bin jedenfalls auf noch keinen Willen gestoßen, der nicht mit der Außenwelt zusammen hängt, also von außen erzeugt wird. Und doch habe ich dann was gefunden, keinen Willen, eine Sehnsucht, eine tiefe Sehnsucht die nicht von dieser Welt ist, die nichts sucht was ich hier finden könnte, nur die Liebe gibt mir das Gefühl etwas dagegen zu helfen. Es ist eine tiefe Sehnsucht nach Verbundenheit, aber eine Verbundenheit die es in diesem Dasein nicht zu geben scheint, diese Sehnsucht ist mein eigentlicher Antrieb. Alles was ich tue und will stammt aus dieser Sehnsucht, Liebe ist alles was ich noch will, weil die Liebe wohl das einzigste ist was überhaupt einen Willen erzeugen könnte und der ist nicht frei sondern an die Liebe gebunden. Also entscheidet meine Liebe was ich zu wollen habe... :T

Was die Dinge jenseits der empirischen Welt angeht, ist nicht Sache des Verstandes, sondern Sache der Vernunft; und diese, so Kant, kann zwar nicht im naturwissenschaftlichen Sinne beweisen, jedoch kann sie uns die Vernünftigkeit zeigen, die es hat, von einem freien Willen, sowie der Existenz Gottes sowie der Unsterblichkeit der Seele auszugehen.

So sehe ich das mittlerweile auch. Es mag alles nicht beweisbar sein, aber es ist vernünftig, weil es keine andere Antwort von Innen her geben kann! Nicht mehr, wenn man diese Sehnsucht spürt!
- .das Meiste >vom Kern der Sache< geht oft verloren. -


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Beitrag05.07.2010, 23:22 - #34 Der Wille ist eine Vorstellung

Der Mensch hat eine Vorstellung davon, wie es schmeckt, wiees sich anfühlt, wie es aussieht, wie es sich anhört, ....... und was er will. Der WILLE ist letztlich nichts weiter als eine spezifische Vorstellung. Auf die Spur gebracht hat mich É.Coué mit seiner hoch qualitativen Autosuggestion. Wenn ich Willensvorstellung und Glaubensvorstellung aus der Konfrontation befreie, in die wir alle infolge Pädagogik so sicher geraten, und wenn ich sie in dieselbe Richtung lenke - Ich kann, was ich will. - dann reift das ICH KANN und ich werde nicht zum Super-Woller sondern zum Könner.
Wollen kommt von WÄHLEN, als ich-kann-Schule-Lehrer schaue ich ins Herkunftswörterbuch. Wenn ich hungrig bin, dann will = wähle ich essen. Von 1000mal Wollen wird man nicht satt aber von 1x Wollen = Wählen und dann tun. Es löst also kein Problem, wenn man "ganz fest" oder "richtig" oder "noch viel mehr" und "stärker" oder gar "nur" will. Die Folge der sog. Willenserziehung erheitert den IKS-Lehrer oft im Kaufhaus, wenn die Kinder die Mama auf Trab halten: "Mama, ich will dies. Mama, ich will das. Ich will, ich will, ich will! Ich willaber!....." Man muss ja angeblich nur wollen, dann gehts schon. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - aber wir sollten mal sehen, was für einer!
E.Coué hat täglich in der Praxis - es besuchten jährlich zehntausende Hilfesuchende aus aller Welt seine unentgeltlichen, öffentlichen Nancyer Sitzungen - demonstriert, dass der Wille eindeutig die Nebenrolle spielt: Gegen die Vorstellungskraft hat er keine Chance, er kann aber ihre Wirkung vervielfachen helfen, wenn wir beide Kräfte in dieselbe Richtung lenken. Wenn ich für die ich-kann-Schule die sog. Willenpsychologie abklopfte, wurde dort immer die Lösung praktisch über die Vorstellungskraft erzielt, die man in der Theorie durch den Willen, deres nicht kann, zu überbieten suchte. Eine seltsame Art wissenschaftlichen Humors.
Dass man die Willenspsychologie sang- und klanglos in der Versenkung verschwinden ließ, hat die verkehrten, unreflektierten Denkmuster in den Köpfen nicht aufgelöst. In Pädagogik, Therapie & Co. treiben sie weiter ihre Blüten. Man muss nur wollen, dann geht´s schon. Aber wohin?
Ich grüße freundlich.
Franz Josef Neffe
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Beitrag12.07.2010, 16:07 - #35 Re: Es gibt (k)einen freien Willen!

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg - aber wir sollten mal sehen, was für einer!

Wie sollten wir denn den Weg sehen? Mit der Vorstellung? Oops. :)

Ist das Ziel der Weg oder Weg das Ziel? Wenn Weg das Ziel ist ist man immer da am Ziel wo man gerade ist. Andersrum könnte man ein Ziel wählen und die Wege selbst entscheiden lassen wo sie hin führen. Also man sollte die Vorstellung nicht vom gegeben abkoppeln, dann ist das recht einfach. Was? Die Möglichkeiten zu entdecken! Geht es nicht darum?
Man muss nur wollen, dann geht´s schon. Aber wohin?

Eben, sag ich ja. Jeder hat seinen eigenen aber alle immer einen gemeinsamen, wenn man den geht kann man wollen was man will, wenn man kann.

Träume, Wünsche und Vorstellungen von dem zu trennen was man ändern kann und was nicht ist schwierig. ja.
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