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Moderator: Tequila

Beitrag09.10.2009, 18:40 - #1 Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Als heute bekannt gegeben wurde, dass Obama den Friedennobelpreis erhalte, sorgte dies in mir für seltsame Verwirrung. Gerade erst Präsident geworden, ein bisschen herumgereist und Reden gehalten - wofür kriegt er den Preis?

Nach einigen Stunden ist es mir immer noch nicht klarer geworden; ich halte die Entscheidung mittlerweile für grotesk. Man verleiht jemanden den Preis, in der Hoffnung, dass er sich dessen als würdig erweisen wird. Auch wenn seine Reden nett sind; sie haben nichts bewirkt. Der Nahost-Konflikt wird wohl noch für Jahre eine Konstante in unseren Leben bleiben, es werden immer mehr Truppen nach Afghanistan geschickt und gestern wurde noch mit einer Superbombe gedroht.

Was erhofft sich bloß das Nobelkomitee? Sind sie einfach zu naiv zu glauben, dass sich nun die Welt bessert? Glauben tatsächlich noch an einen Friedenspolitiker Obama, dem nur der Rücken gestärkt werden müsse? In meinen Augen absurdes Theater - die Möglichkeiten tätig zu werden sind gegeben, ergriffen werden sie nicht, nur Worte werden prämiert.

Der Preis ist eine Grundlage für Enttäuschungen; er ist eine große Hypothek für Obama, dessen Ansehen wohl darunter leiden wird, und weckt große Erwartungen, die höchstwahrscheinlich nicht erfüllt werden.

Oder bin ich zu pessimistisch?
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Beitrag10.10.2009, 02:36 - #2 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Zonk hat geschrieben:Oder bin ich zu pessimistisch?

Nein. Ich teile deine Ansicht.

Einen Nobelpreis bekommt man für Taten, nicht für schöne Reden. Obama hat noch gar nichts gemacht, und er bekommt schon einen der renommiertesten Preise. Das halte ich für falsch.

Das Komittee ist kompromittiert worden durch die Popularität Obamas. Es ist opportunistisch geworden. Der Nobelpreis droht, zu einem Politikum zu verkommen. Die Gefahr sah ich schon bei Al Gore.

:edit: Hab auf SpOn gelesen, dass es schon öfters umstrittene Nobelpreise gab:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,654254,00.html
Dass die Schweden die Welt mit abseitigen Entscheidungen brüskieren, hat Tradition. Schon als der Preis 1901 zum ersten Mal vergeben wurde und nicht an Leo Tolstoi ging, war das Gezeter groß. Seitdem wurden herausragende Autoren übergangen (Proust, Rilke, Kafka) und zweitrangige ausgezeichnet (William Golding, Pearl S. Buck).

Wenn das so ist, dann ist der Preis sowieso nicht ernstzunehmen. Mit Obama und Al Gore schon gar nicht mehr.
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Tequila
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Beitrag10.10.2009, 13:12 - #3 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Bei Al Gore hatte ich noch Verständnis. Der Preis hatte noch die Funktion auf die Auswirkungen des Klimawandels hinzuweisen und ein Problembewusstsein zu schaffen. Das war bei Bushs Politik dringend nötig.
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Zonk
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Beitrag10.10.2009, 13:56 - #4 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Nun ja,ich bin ebenfalls der Meinung,dass es mit Sicherheit Leute gegeben hätte,die ihn eher verdient hätten,weil
sie viel für den Frieden getan und nicht nur darüber geredet haben.
Ich halte den Preis für Obama nicht für vertretbar.
mfg
Zuletzt geändert von mdg am 12.10.2009, 14:49, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag10.10.2009, 16:08 - #5 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Ich finde das auch falsch. Bis jetzt hat er nur viel Versprochen und Geredet aber noch nichts bewegt.
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Beitrag10.10.2009, 18:57 - #6 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Obama sieht das selbst ganz realistisch: "Die Entscheidung überrascht mich", beginnt er seine Dankesrede, "und ich nehme den Preis mit tiefer Demut entgegen. Eines will ich ganz klar sagen: Ich sehe dies nicht als Auszeichnung meiner eigenen Verdienste an ...Um ehrlich zu sein: Ich finde nicht, dass ich es verdient habe, in einer Reihe mit so vielen wegweisenden Gestalten zu stehen, die mit diesem Preis geehrt worden sind."

Ich halte die Entscheidung auch für falsch, aber ich verstehe das Ansinnen, Obama politisch den Rücken zu stärken und quasi zu "verpflichten" auf das, was er im Wahlkampf versprochen hat. Deswegen sprechen die Republikaner auch von einem "vergifteten" Lob. Guantanamo steht nämlich immer noch. Die Abrüstungsverhandlungen sind nicht weiter. Die Legitimierung der Macht der Drogenbarone in einer scheindemokratischen Wahl in Afghanistan spotter jeder Beschreibung. Usw usf...
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Beitrag05.11.2009, 21:05 - #7 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Ich frag mich, was die Herren aus dem Komitee da wohl geritten hat!
Schon etwas erzürnt habe ich die Meldung vor mittlerweile einigen Wochen zur Kenntniss genommen.

Meine erste Frage sofort: "Warum?"

Warum bekommt Obama einen Friedensnobelpreis? Was hat der gemacht?

Positiver Rassismus?
Oder weil der Guantanamo schließen lassen hat/will?
Die Deutschen haben auch die KZs geschlossen, wo bleibt also unser Preis? :head:

Ich denke Obama kann einiges bewegen, aber bisher ist nocht nicht viel passiert.
Ich denke sogar, der Mann muss sich überhaupt erstmal beweisen! Die Medien haben ihn so hoch gespielt - den Schutz vor dem tiefen Fall muss er sich nun erarbeiten, auch wenn er, meiner Ansicht nach, auf dem Weg dahin ist! ;)

Ich warte gespannt ab, was die folgenden Monate bringen werden und bin gespannt was aus dem US Krankenkassensystem wird...
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Beitrag05.11.2009, 21:50 - #8 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Cr3w hat geschrieben:Die Deutschen haben auch die KZs geschlossen, wo bleibt also unser Preis? :head:


WTF? Man hat den Deutschen gewaltig in den Arsch getreten und die Dinger für sie schließen müssen, also rede bitte keinen Müll!


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Beitrag05.11.2009, 22:13 - #9 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass die Wahl ausgerechnet auf Obama fiel. Man mag ihm Feuer unter dem Arsch machen. Als Nobelpreisträger muss er tendenziell mehr und härteren Vergleichen standhalten, vlt beflügelt ihn Dieser Druck auch nur ein ganz klein bisschen, sich öfter als ohne an seine Versprechungen zu erinnern.

anZen hat geschrieben:Man hat den Deutschen gewaltig in den Arsch getreten und die Dinger für sie schließen müssen

Ich nehme an, das sollte ein Beispiel für etwas selbstverständliches darstellen. So nach dem Motto: "Das Fenster vom Nachbarn stand offen und ich sozialer Mensch hab ihm nicht das Haus ausgeräumt!". Dafür bekommt man ja auch keinen Orden.

MfG
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Beitrag06.11.2009, 17:00 - #10 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

CroneKorkN hat geschrieben:IIch nehme an, das sollte ein Beispiel für etwas selbstverständliches darstellen. So nach dem Motto: "Das Fenster vom Nachbarn stand offen und ich sozialer Mensch hab ihm nicht das Haus ausgeräumt!". Dafür bekommt man ja auch keinen Orden.


So siehts aus... :T
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Beitrag06.11.2009, 22:00 - #11 Re: Friedensnobelpreis für Obama - vertretbar?

Wenn Unrecht aufhört, ist das aus rechtsstaatlicher Sicht selbstverständlich und nichts, wofür man sich noch bedanken müsste.

Für Obamas Wahlversprechen gibt es übrigens eine Internet-Seite, die auflistet, wie viele er schon erfüllt und wie viele er gebrochen hat: http://www.politifact.com/truth-o-meter/promises/
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