4 Kandidaten stehen zur Wahl.
Kandidat 1: Der Bundespräsident. In seiner heutigen Berliner Rede gesteht er: "Ich konnte die gigantischen Finanzierungsvolumen und überkomplexen Finanzprodukte nicht mehr einordnen." Das ist ganz einfach Inkompetenz, die nicht in diese Position (IWF-Direktor) gehört. Und "Es fehlte der Wille, das Primat der Politik über die Finanzmärkte durchzusetzen." Dabei haben 1944 Polanyi, 1983 Paul Martin, 2003 Georg Soros und deneben Professor Otte u.v.a. andere gewarnt. Kein Wort, warum es der Politik an Durchsetzungswillem gebrach. Kein Wort, warum ein IWF-Direktor und nunmehr Bundespräsident wiedergewählt werden will, obwohl er erwiesenermaßen für dieses Amt nicht qualifiziert ist und uns weiter die Augen verkleistert.
Kandidat 2: Die Bundeskanzlerin. Bei Anne Will am Sonntag die Rede von Exzessen der Märkte, welche aber nach den Regeln des Gesetzgebers (!) handeln. Kein Wort davon, daß die Rettungsaktionen für die Banken erteilte Kredite betrifft, aber nullkommakeinen Kredit für das heutige und morgige Wirtschaften. Kein Wort davon, daß Frau Merkel 2005 die Deregulierung des Verbriefungsmarktes forderte und bis heute die Steuerfreiheit auf Spekulationsgewinne, die erst Rot-Grün aufhob, nicht auf den Prüfstand stellt. Jetzt Dinge zu beklagen, die in jedem Wochen-Postwurfwerbeblättchen nachzulesen sind, ist ja wohl keine Qualifikation für das höchste Regierungsamt.
Kandidat 3: Die vierte Gewalt, der sogenannte Qualitätsjournalismus, welcher die Politik ungehindert auf die Manager eindreschen läßt, ohne sie nach ihrer Verantwortung zu fragen und mal Namen wie den von Asmussen in den Ring zu werfen und mal investigativ tätig zu werden. Selbst eine Süddeutsche Zeitung begleitet unseren Adelssproß nach New York nur um in der Online-Ausgabe 12 Seiten lang Vergleiche mit seinem Scientology-Freund anzustellen, wie man aus dem Wagen aussteigt und dabei lächelt. Das ist Arbeitsverweigerung!
Kandidat 4: Der Bürger, du, ich. Die Gesellschaft, die sich das alles bieten läßt. Die Redaktionen müßten vor Leserbriefen überquellen, die Abgeordnetenbüros vor ausskunftssuchenden Wählern, die Hauptstraßen der Städte vor ob des Dauerbetrugs erzürnten Bürgern. Aber nichts. Faktisch null. Als ob die Demokratie ein Selbstlauf wäre.
