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Beitrag23.01.2009, 02:04 - #1 Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Die Hessenwahl ist vorüber; wie erwartet hat Schwarz-Gelb gewonnen. Aber eigentlich ist das sonderbar in Zeiten der Finanzkrise. Der Versuch einer Analyse


Beitrag auf Freiblog.net

Dieser Thread existiert für Kommentare und falls Diskussionsbedarf besteht. Kommentare zur Wahl und zu Form, Stil und Inhalt des Artikels.
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Tequila
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Beitrag23.01.2009, 11:37 - #2 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Der Artikel ist stilistisch gelungen, ohne Frage. Inhaltlich finde ich ihn allerdings sehr einseitig. So setzt du beispielsweise die SPD mit Gerechtigkeit gleich. Ich habe leider keine Zeit mich ausführlicher zu dem Artikel zu äußern (später), aber ich finde, der Artikel sollte deutlich als Kommentar gekennzeichnet werden. Andernfalls könnte so der Eindruck entstehen, du würdest mit dieser Meinung Freibrief vertreten.
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Beitrag23.01.2009, 13:33 - #3 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Von mir nur die übliche Formalität: Die Zeilenschaltung mitten im ersten Absatz sollte entfernt werden.

Gruß
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Beitrag23.01.2009, 15:52 - #4 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Stilistisch schön.
Inhaltlich schlüssig, auch wenn die Verknüpfung SPD-Gerechtigkeit für mich zu einseitig ist.Ich hätte an der Stelle lieber nochmal aufgegriffen, dass die SPD Wähler-anders als die Konservativen und Liberalen-von ihrer Partei enttäusch sind und einfach daheim blieben, während die anderen Parteien dann zwar absolut kaum mehr Stimmen haben, relativ jedoch stark zulegen konnten.
Die Verknüpfung der FDP ist noch in Ordnung, die der SPD hätte zumindest detalierter dargelegt werden müssen, finde ich.
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Beitrag23.01.2009, 16:28 - #5 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Das Gros wählte stattdessen die Grünen,


Das verstehe ich nciht ganz, meinst du die Mehrheit der Wähler wählte die Grünen ( was nicht stimmt) oder ganz viele Wähler stimmten für die Grünen ( Was nur relativ gesehen stimmt)


Insgesamt verlor die SPD wie erwartet extrem und konnte nur noch 23,7% der Stimmen einfahren


Was bismarck nicht schaffte, schaft jetzt die politische Realität von 200X. Ich denke, die SPD hat an Profil verloren und verliert deswegen an Wählerstimmen.
Da Millionen Leute ihre politische Meinung innerhalb eines Jahres normalerweise nicht grundlegend ändern, liegt die Zustimmung zu den Zielen der SPD wohl immer noch bei 36,7%.


Es gibt Stammwähler und andere Wähler, die sich jedes Jahr umentscheiden. Würden wirklich 36 Prozent der Wähler der SPD zustimmen und zugeneigt sein, hätte sie wohl etwas mehr als ein Viertel der Stimmen. Andererseits hat der Ypsilanti
Effekt die Wahl doch etwas verfälscht.

SPD = Gerechtigkeit . Wir reden über unsere, deutsche SPD, die in der letzten Legislaturperiode den Kanzöler stellte?

Gerade die FDP steht hierzulande für den Neoliberalismus, den Turbokapitalismus, die Finanzkrise (man könnte die Liste ewig fortführen).


Die Krise ist noch nicht im vollen Umfang beim Bürger angekommen. Ein weiterer Faktor, der vielleicht ihren Wahlerfolg verstärkte. Jetzt aber nur wegen einer Krise gleich die Aufhebung der wirtschaftlichen Freiheit zu fordern, halte ich für überholt.

CDU Wähler bist du nicht? Ich fand, dass der Artikel ich zu einseitig gegen die CDU gerichtet war, anstatt mehr auf den herben Verlust der SPD einzugehen.

Stilistisch natürlich gut gechrieben und selbstverständlich, wie immer, ohne Rechtchreibfehler.
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Beitrag23.01.2009, 18:14 - #6 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Oh Mann. Womit habe ich diese aufmerksamen Leser verdient... :head: Vielen Dank für euer Feedback.
Systemfehler hat geschrieben:Andernfalls könnte so der Eindruck entstehen, du würdest mit dieser Meinung Freibrief vertreten.

Nein. Sonst wären ja auch alle Buchrezensionen im Namen von Freibrief geschrieben. Das scheitert schon an der Tatsache, dass kaum jemand die Bücher gelesen hat. Jeder Benutzer kann freiblog-Artikel schreiben. Da ist es doch selbstverständlich, dass ein solcher Artikel nur eine Einzelmeinung vertreten kann.

Systemfehler hat geschrieben:So setzt du beispielsweise die SPD mit Gerechtigkeit gleich.

Philipus II hat geschrieben:Inhaltlich schlüssig, auch wenn die Verknüpfung SPD-Gerechtigkeit für mich zu einseitig ist.

Da habt ihr mich natürlich kalt erwischt. Ich habe lange überlegt, wie ich das ausdrücken könnte, habe aber dann entschieden, dass man nicht immer den politisch korrekten Weg nehmen muss/kann. Was ich ausdrücken wollte, ist, dass sich die SPD sehr für soziale Gerechtigkeit einsetzt. Mehr als die CDU, wenn ich das mal so behaupten darf. Allerdings zieht die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit in Krisen nicht so sehr wie die Sicherheit und Kontinuität, die die konservative CDU/FDP-Koalition ausstrahlt.
Philipus II hat geschrieben:Ich hätte an der Stelle lieber nochmal aufgegriffen, dass die SPD Wähler-anders als die Konservativen und Liberalen-von ihrer Partei enttäusch sind und einfach daheim blieben, während die anderen Parteien dann zwar absolut kaum mehr Stimmen haben, relativ jedoch stark zulegen konnten.

OK, guter Punkt. Ich werde das noch weiter ausführen. Ich habe irrtümlicherweise vorausgesetzt, dass das ganz klar sei. Schließlich war das lange in den Medien...
V8 hat geschrieben:CDU Wähler bist du nicht? Ich fand, dass der Artikel ich zu einseitig gegen die CDU gerichtet war, anstatt mehr auf den herben Verlust der SPD einzugehen.

Wirklich? Ich fand mich eigentlich recht neutral. Schließlich hat Ypsilanti auch ihr Fett weggekriegt. Die Hessen-SPD erhielt von mir das Prädikat "nicht regierungsfähig". Aber ich bin auch nur ein Mensch und kann mich meiner politischen Meinung eben nicht vollständig entziehen. "eingehen auf den Verlust der SPD": s.o.
V8 hat geschrieben:
Das Gros wählte stattdessen die Grünen,

Das verstehe ich nciht ganz, meinst du die Mehrheit der Wähler wählte die Grünen ( was nicht stimmt) oder ganz viele Wähler stimmten für die Grünen ( Was nur relativ gesehen stimmt)

Da beziehe ich mich noch auf die Ex-SPD-Wähler.

V8 hat geschrieben:Die Krise ist noch nicht im vollen Umfang beim Bürger angekommen. Ein weiterer Faktor, der vielleicht ihren Wahlerfolg verstärkte. Jetzt aber nur wegen einer Krise gleich die Aufhebung der wirtschaftlichen Freiheit zu fordern, halte ich für überholt.

Sogar in den USA soll stärker reguliert werden. Dabei wurde vorher stark dereguliert und der Staat als Compagnon des Teufels angesehen. In meinem Artikel stellte ich auch keine Forderungen nach konkreten Maßnahmen, sondern erteilte nur der Philosophie der völlig freien, unregulierten Wirtschaft eine Absage.
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Beitrag23.01.2009, 19:02 - #7 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Tequila hat geschrieben:Oh Mann. Womit habe ich diese aufmerksamen Leser verdient... :head: Vielen Dank für euer Feedback.
Systemfehler hat geschrieben:Andernfalls könnte so der Eindruck entstehen, du würdest mit dieser Meinung Freibrief vertreten.

Nein. Sonst wären ja auch alle Buchrezensionen im Namen von Freibrief geschrieben. Das scheitert schon an der Tatsache, dass kaum jemand die Bücher gelesen hat. Jeder Benutzer kann freiblog-Artikel schreiben. Da ist es doch selbstverständlich, dass ein solcher Artikel nur eine Einzelmeinung vertreten kann.


Damit hast du natürlich recht, das ist mir auch bewusst. Allerdings habe ich die Sorge, dass das Besuchern nicht klar werden könnte. Damit will ich nicht deinen Artikel als solches kritisieren, du hast deine Meinung schließlich schlüssig und adäquat dargelegt. Man könnte ja vielleicht am Ende eine Artikels einen Hinweis hinzufügen, wie man das z.B. auch aus Printmedien kennt: "Dieser Artikel gibt nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder". :kaffee:
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Beitrag23.01.2009, 19:12 - #8 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Eher so: Dieser Artikel wurde von dem Nutzer XY eingestellt.Dieser Artikel gibt daher nicht zwingend die Meinung des freibrief.net Teams wieder.
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Beitrag23.01.2009, 20:08 - #9 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Genau. So wäre das ideal auf Freibrief umgemünzt. :T
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Beitrag24.01.2009, 23:59 - #10 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Wie versprochen hier ein ausführlicher Kommentar zu deinem Artikel.

Tequila hat geschrieben:Am Sonntag hat Hessen wieder gewählt. Das Ergebnis war zu erwarten, ist aber bei näherer Betrachtung eigentlich sonderbar, ja geradezu irrational. Hier noch einmal die Ergebnisse.

Die Linke hat stagniert und eigentlich genauso abgeschnitten wie in der vorherigen Wahl. Nur wenige Ex-SPD-Wähler sind zur Linken abgewandert. Das Gros wählte stattdessen die Grünen, die ein kräftiges Plus verzeichnen konnten und mächtig vom Chaos in der Hessen-SPD profitierten. Allerdings blieben auch viele daheim: Die Wahlbeteiligung nahm auf ca. 61% ab.

Soweit richtig, allerdings ist die FDP der größte Gewinner des Untergangs der SPD.

Tequila hat geschrieben:Insgesamt verlor die SPD wie erwartet extrem und konnte nur noch 23,7% der Stimmen einfahren (vorher 36,7% / - 13%). Das war die natürliche Folge auf den “Wortbruch” Andrea Ypsilantis und auf ihr Versagen beim Versuch, Ministerpräsidentin zu werden. Dass Politiker ihre Versprechen oft nicht halten, sind die Bürger mittlerweile schon fast gewohnt, aber eine Partei, die erwiesenermaßen nicht regierungsfähig ist, wählt keiner. Traurig ist nur, dass das schlechte Ergebnis der SPD nicht an ihrem Programm liegt. Da Millionen Leute ihre politische Meinung innerhalb eines Jahres normalerweise nicht grundlegend ändern, liegt die Zustimmung zu den Zielen der SPD wohl immer noch bei 36,7%. Der herbe Stimmverlust ist also alleine auf den Streit innerhalb der SPD und die große Enttäuschung der Wähler zurückzuführen.


Das würde ich etwas anders ausdrücken. Die Leute haben die SPD vor allem wegen des Wortbruchs Andrea Ypsilantis kritisiert. Das zeigt, dass derartig offensichtlicher Betrug an den eigenen Wählern weder gewöhnlich ist, noch dass er ungestraft bleibt. Die Frage ist auch, was das Programm einer Partei überhaupt wert ist, die in derart zentralen Punkten Wortbruch begeht.

Tequila hat geschrieben:Bezieht man die geringere Wahlbeteiligung mit ein und betrachtet man die Wahlergebnisse in absoluten Zahlen, so haben sogar weniger Menschen ihre Stimme der CDU gegeben als vorher. Aus dem von Generalsekretär Pofalla propagierten Wahlsieg wird so bei genauerer Betrachtung eine Niederlage. Nicht gegenüber der SPD, aber gegenüber dem Wähler.

Damit hast du völlig recht, sehr gut formuliert.

Tequila hat geschrieben:Der große Wahlsieger hieß FDP mit 16,2% (vorher: 9,4% / +6,8%). Sie hatte zwar keine besonderen programmatischen Eckpunkte, aber sie schaffte es, die Stimmen für das bürgerliche Lager bei sich zu bündeln. Wechselwähler, die aufgrund ihrer Enttäuschung über die SPD nun wieder CDU hätten wählen können, wichen auf die FDP aus. Auch eine Art, dem Ministerpräsidenten einen Denkzettel zu verpassen.

Das ist denke ich etwas weit hergeholt. Die ehemaligen SPD-Wähler haben wohl eher der SPD als der CDU einen Denkzettel verpasst, wie das Wahlergebnis ja eindeutig zeigt.

Tequila hat geschrieben:Die FDP ist in der Koalition und auch im Bundesrat zu einem Machtfaktor geworden und wird im November bei Beibehaltung ihrer Wahlkampftaktik vielleicht die ehemals von FDP-Chef Guido Westerwelle angepeilten 18% erreichen können. In Hessen wohlgemerkt. Wie zuvor bei der SPD ist aber auch hier ganz klar sichtbar, dass nicht nach programmatischen Gesichtspunkten entschieden wurde - eigentlich irrational. Schließlich stellen diese Leute die nächste Regierung.

Damit unterstellst du ja den Wählern, die direkten Folgen ihres Votums nicht überblicken zu können. Ich wage zu behaupten, dass einige der FDP-Wähler die Möglichkeit einer Regierungsbeteiligung der FDP gerne in Kauf genommen haben.

Tequila hat geschrieben:Gerade die FDP steht hierzulande für Neoliberalismus, Turbokapitalismus, die Finanzkrise (man könnte die Liste ewig fortführen). Eine so liberale Politik wie von der FDP gefordert hat überhaupt erst die Krise verursacht.

Diese Vereinfachung halte ich in dieser Form nicht für zulässig. Die SPD ist seit über einem Jahrzehnt auf Bundesebene Reigierungspartei, die FDP ist seit langem in der Opposition. Einer Oppositionspartei die Schuld für eine Fehlentwicklung im Land zu geben ist doch paradox, zumal die Wirtschaftskrise eindeutig von den USA und nicht von der FDP ausging.

Tequila hat geschrieben:Die Philosophie wurde durch die Realität widerlegt. Eigentlich sollte man denken, dass die Wähler solch eine Partei zumindest während der Finanzkrise nicht mehr wählen - aber falsch gedacht. Wie schon gesagt: Eigentlich ist das Wahlverhalten der Hessen zutiefst irrational.


Das finde ich überhaupt nicht. Ypsilanti (und damit die hessische SPD) hat gelogen, und dafür wurde sie abgestraft. Roland Koch hat davon profitiert, und kann so weiter regieren.

Tequila hat geschrieben:Anscheindend werden die Bürger in der Krise konservativ und wählen lieber Sicherheit anstatt soziale Gerechtigkeit. Besonders, wenn die Verfechter der Gerechtigkeit keine Sicherheit bieten können. In fünf Jahren wird Hessen wieder wählen.


Die FDP hatte die größten Zuwächse, und ist keine konservative Partei. Was ich von der sozialen "Gerechtigkeit" der SPD halte, will ich hier nicht näher ausführen. Wer nichts hat, der teilt gerne.
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Beitrag25.01.2009, 01:41 - #11 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Systemfehler hat geschrieben:Das würde ich etwas anders ausdrücken. Die Leute haben die SPD vor allem wegen des Wortbruchs Andrea Ypsilantis kritisiert. Das zeigt, dass derartig offensichtlicher Betrug an den eigenen Wählern weder gewöhnlich ist, noch dass er ungestraft bleibt. Die Frage ist auch, was das Programm einer Partei überhaupt wert ist, die in derart zentralen Punkten Wortbruch begeht.


Ok, das haette ich gerne naeher erlaeutert: welcher Wortbruch? BILD sprach davon, die CDU sprach davon, aber inwiefern hat sie ihr Wort gebrochen? Fuer mich ist diese Behauptung einfach eine Luege.
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Beitrag25.01.2009, 12:36 - #12 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Ganz einfach: vor der Wahl wurde versprochen, nicht mit der Linken zusammen zu arbeiten, und hinterher wurde genau das versucht. :rolleyes:
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Beitrag25.01.2009, 13:14 - #13 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Eine Minderheitenregierung mit Stimmen der Linken ist fuer mich keine Zusammenarbeit. Mit diesem Versprechen wurde eine Koalition ausgeschlossen, die von CDU und BILD der Hessen-SPD gerne angedichtet wurde, aber eine Zusammenarbeit, außer eben der Stimmen von den Linken, was ich persoenlich als Wahl und nicht als Zusammenarbeit ansehe, findet nicht statt.
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Beitrag25.01.2009, 20:50 - #14 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Die Linke ist vieles, aber bestimmt nicht blöd. Zu behaupten, die Linke würde ohne programmatische Zugeständnisse seitens der SPD eine "Minderheitsregierung" unterstützen, halte ich für ziemlich frech. Die Linke wäre ein vollwertiger Koalitionspartner gewesen, der die gesamte Politik der rot-grünen Koalition hätte blockieren können.
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Beitrag25.01.2009, 22:01 - #15 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Dass die Linke rot/gruen haette blockieren koennen, mag ja stimmen, aber dass sie vollwertiger Koalitionspartner gewesen waere, ist doch einfach gelogen. Zaehlen Stimmen einer Partei jetzt als Zusammenarbeit? Auch die Linke hat lieber Ypsilanti als Koch, das sollte doch jedem/r einleuchten.
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Beitrag25.01.2009, 22:58 - #16 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Unterlass doch bitte die ständigen fullquotes, das ist ziemlich sinnfrei.

Die Linke mag vielleicht Ypsilanti lieber als Koch, vor allem aber sich selber. Als Regierungspartei würde sie (wie jede andere Partei auch) versuchen, möglichst viel ihres Wahlprogramms umzusetzen. Wie ich bereits erwähnt habe, hätte sie dazu auch die politische Macht gehabt, da SPD und Grüne ständig, nicht nur bei der Wahl zur Ministerpräsidentin, auf sie angewiesen wären. Die Differenzierung zwischen Koalition und Tolerierung halte ich für gekünstelt.
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Beitrag25.01.2009, 23:05 - #17 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Die Linke haette Macht, das stimmt, aber ein Wortbruch seitens der SPD Erfolg doch erst, wenn es eine Zusammenarbeit mit der Linken gibt und diese gab es eben unter Ypsilanti nicht, alles andere ist reine Spekulation und von einem Wortbruch zu sprechen einfach gelogen.
Genauso koennte doch eine Zusammenarbeit zwischen rot/gruen und FDP erfolgen, schließlich muss die Opposition ja nicht automatisch gegen jeden Vorschlag sein. Wenn Uebereinstimmungen im Parteiprogramm vorhanden sind, waeren diese Gesetze auch durchgekommen, da stell sich die Linke nicht quer.
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Beitrag27.01.2009, 23:52 - #18 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

die frage, die ich mir im zusammenhang mit der hessenwahl stelle, ist, ob es voraussehbar war, daß eine tolerierung durch die linkspartei so eine ablehnung erfahren würde.
rückblende erster januar 2003. zu diesem datum hatte die rot-grüne bundesregierung den einwegpfand auf den weg gebracht, gegen den widerstand großer teile der bevölkerung und teilen der wirtschaft. die regierung hatte ihre hausaufgaben gemacht und der widerwille war bekannt, der plan wurde trotzdem umgesetzt.
und hessen? war absehbar, daß die regierungsbildung daran scheitern würde, bevor man laut über eine tolerierte minderheitsregierung nachdachte?

:)
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Beitrag29.01.2009, 11:58 - #19 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

Meine ganz persönliche Meinung, die nicht verletzend, sondern einfach nur geradeheraus sein soll. Für etwaige Beleidigungen entschuldige ich mich im vorab, die waren und sind nicht beabsichtigt. Ich gehe einfach von mir aus: sachliche Kritik ist mir in meiner Tätigkeit auch immer willkommen.

Kurzform: der Post ist einfach nur nett. Er käut unreflektiert das Mediengeschwalle wieder und verpaßt zielsicher jede Pointe.

Ich will meine Meinung natürlich begründen.

Am Sonntag hat Hessen wieder gewählt. Das Ergebnis war zu erwarten, ist aber bei näherer Betrachtung eigentlich sonderbar, ja geradezu irrational.
Wieso irrational? Die SPD hat stark verloren, die gestandenen Kleinparteien haben auf Grund der Querelen gewonnen. Wo ist die Überraschung?

Allerdings blieben auch viele daheim: Die Wahlbeteiligung nahm auf ca. 61% ab.
Die Nichtwähler gehören auch zur Demokratie, egal, ob sie aus Trägheit daheim blieben, oder sich die Wahl des kleineren Übels nicht zugetraut haben. Ich finde schon erwähnenswert, daß der Sieg des bürgerlichen Lagers gerade einmal ein Drittel der Wähler repräsentiert. Diese miese Wahlbeteiligung hätte mehr Beachtung verdient.

Das war die natürliche Folge auf den “Wortbruch” Andrea Ypsilantis und auf ihr Versagen beim Versuch, Ministerpräsidentin zu werden. Dass Politiker ihre Versprechen oft nicht halten, sind die Bürger mittlerweile schon fast gewohnt, aber eine Partei, die erwiesenermaßen nicht regierungsfähig ist, wählt keiner.
Unreflektiertes Nachbeten des Mainstream-Medien. Was ist mit dem Wortbruch der SPD und CDU bzgl. Mehrwertsteuer? Was ist mit dem Wortbruch der CDU in Hamburg? Was ist mit dem Spendenskandal des Herrn Koch? Frau Ypsilanti ist zuvorderst dem medialen Trommelfeuer erlegen, daß an Einseitigkeit nicht mehr zu überbieten war.

Der herbe Stimmverlust ist also alleine auf den Streit innerhalb der SPD und die große Enttäuschung der Wähler zurückzuführen.
Eben nicht. Bis zum Beweis des Gegenteils. Vor allem: Enttäuschung worüber? Ich denke, nicht alleine über den vielzitierten und extrem unglücklichen Wortbruch. Was ist mit den 4 Arnmleuchtern? Wo werden die künftig ihr Brot bekommen? Hier gilt es aufmerksam dranzubleiben und nächstes Jahr um die gleiche Zeit wieder nach ihnen zu schauen, wo sie inzwischen "untergekommen" sind.

Als Reaktion auf das schlechte Ergebnis trat Andrea Ypsilanti von ihren Ämtern zurück. Dieser Rücktritt war ebenfalls abzusehen, kam aber zu spät:
Sehe ich anders. Sie hat honorigerweise das zu erwartende schlechte Wahlergebnis auch noch auf ihre Kappe genommen und damit dem Landesverband einen letzten Dienst erwiesen.

Trotz allem konnte die CDU davon nicht profitieren. Prozentual legte sie nur um 0,4% zu.
Warum eigentlich? Bei einer derart schwachen SPD ist das CDU-Ergebnis ein Schlag auf die 12. Für Herrn Koch kein Grund zum Nachdenken. Ach wo. Wenn welche auf ihren Sesseln kleben, dann stets die anderen...

Anscheindend werden die Bürger in der Krise konservativ und wählen lieber Sicherheit anstatt soziale Gerechtigkeit.
Glaube ich nicht. Jede Studie bestätigt, daß "Soziale Sicherheit" bei den Wählern in den Top 3 rangiert. JEDE! Von daher ist die Behauptung leider unzutreffend. Eher wird ein Schuh daraus, daß man keiner der Parteien das zutraut. Von Schwarz-Gelb wurde man in den Mors getreten, von Rot-Grün auch und mit Dunkelrot spielt eh keiner. Wähle du mal zwischen Pest und Cholera...^^ - Und worin bspw. bei Kochs Stellenabbau im öffentlichen Dienst die Sicherheit bestehen soll, ist mir auch schleierhaft.

Was komplett fehlt, ist der eigentliche Wahlverlierer: die Demokratie samt der sogenannten Vierten Gealt. Eine so einseitige und gegenüber dem bürgerlichen Lager unkritische Medienlandschaft läßt für die Bundestagswahl schlimmes ahnen...
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen. (George Orwell)
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ToxedViruz
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Beitrag29.01.2009, 14:28 - #20 Re: Die neue Hessen-Wahl - Eigentlich irrational

ToxedViruz hat geschrieben:Meine ganz persönliche Meinung, die nicht verletzend, sondern einfach nur geradeheraus sein soll. Für etwaige Beleidigungen entschuldige ich mich im vorab, die waren und sind nicht beabsichtigt. Ich gehe einfach von mir aus: sachliche Kritik ist mir in meiner Tätigkeit auch immer willkommen.

Kurzform: der Post ist einfach nur nett. Er käut unreflektiert das Mediengeschwalle wieder und verpasst zielsicher jede Pointe.


Das ist erstmal eine sehr pauschale Behauptung, die du auch im Laufe deiner Argumentation nicht mit Argumenten untermauern kannst. Streich doch in Zukunft solche Wertungen am Anfang, dann brauchst du dich auch nicht im vorhinein zu entschuldigen. :/

Die These, dass Ypsilanti der SPD einen Dienst erwiesen haben soll, finde ich sehr bemerkenswert. Ansonsten habe ich meinen Standpunkt ja bereits dargelegt.
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